Was ist passiert?
Geliebter Arikus, geliebter Krieger
Was ist passiert?
Es sollte eine schöne Hochzeitsfeier werden, viele Gäste waren geladen, sogar ich war eingeladen. Eine Hochzeit schwarzer Seraphim, Janisa und Vagnard hatten eingeladen. Ich war sehr gespannt, wie eine Hochzeit unter Ogrimars Segen stattfindet. Leider kam es anders, festgesetzt zwischen den Welten war es mir nicht nöglich an der Hochzeitsfeier teilzunehmen. Enttäuscht begab ich mich zu Halam, wenigstens bei den anschliessenden Feierlichkeiten wollte ich teilnehmen und den beiden meine Glückwünsche aussprechen. Als die Hochzeitsgesellschaft schliesslich eintraf, hatte ich bereits ein paar Met getrunken. Hmm, an den Anblick weißer Seraphim war ich gewöhnt, den einen oder anderen Schwarzen hatte ich bereits ebenfals gesehen. Doch was ich hier sah, da stockte mir der Atem. Zunächst Vagnard und Janisa, das einzig helle was ich sah war Janisa's Robe. Eine Freude lag über ihrem Gesicht, waren sie doch frisch getraut. Aber, ich kanns nicht richtig beschreiben, es war keine Freude des Lichts, es sah gefährlich aus. Auch Dorma erschien, Shyra, weitere kann ich mich nicht mehr erinnern. Bis auf Callida und Uktogoth. Uktogoth traf ich bereits, wie immer löste er bei mir Unbehagen aus und ich versuchte ihm nicht zu nahe zu kommen. Und dann, Kichon und Sir Cohen waren noch da, so war ich wenigstens nicht allein unter den Geflügelten. Soviele dunkle Seraphim hatte ich in einem Raum noch nicht gesehn, um meine Furcht zu verdecken, sprach ich dem Met und dem Orkschnaps reichlich zu. Doch nur der Sir sprach diesem ebenfalls reichlich zu, auch packte er noch seltsam gefärbte Getränke aus, die mir aber nicht schmeckten.
Schliesendlich löste sich auch diese Gesellschaft auf, jeder ging seiner Wege und auch ich verabschiedete mich. Wollte ich doch auch nochmal Arikus treffen, meinen Liebsten. So verschwand ich aus der Taverne, packte eine Rolle aus und versuchte mich an die Worte zu erinnern, die mir ein Magier mal sagte. Die Schrift ist seltsam auf diesen Rollen und oft verwechsele ich die Worte die ich auswendig lernte, nicht immer kam ich da raus wo ich wollte. Doch diesmal hatte ich Glück, ich erkannte die Wände als die des Tempels von Felsriff.
Doch ich merkte bereits die Wirkung des vielen Orkschnaps, nach so einem Teleport bin ich immer ziemlich angegriffen, so beschloss ich mich zu Torgas zu begeben und auf meinen Liebsten zu warten, hoffend das er vielleicht schon da war.
Torgas liest aus seinem Buch...
Heute war ja mal wieder gar nichts los, wütend scheuchte ich Daran, gab ihm die Schuld das niemand hier war und das Geschäft so schlecht lief. Aber ich wusste es besser, eine Taube von Halam berichtete mir von seinem vollen Haus, er hatte eine Hochzeitsfeier auszurichten. Wieder einmal. Was ist nur falsch an meiner Gaststätte? Ist sie doch auch geräumig und gemütlich, beneidete ich ihn um seinen Gewinn.
Gerade wollte ich für heute Schluss machen, erschien eine meiner liebsten Gäste, Kithara. Doch sie wirkte schon etwas mirgenommen und auch etwas traurig sah sie aus. Ich brachte ihr sogleich etwas zu Trinken, als weitere Gäste eintrafen die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Etwas misstrauisch betrachtete ich die Ankömmlinge, ihre Rüstungen wiesen sie als Krieger aus, ich hatte schon wieder Angst um mein Mobiliar, aber als Kithara sie begrüßte und an ihren Tisch winkte, war ich beruhigt. Sie sprachen dem Met reichlich zu, ich freute mich über etwas Umsatz heute und lies die Schänke daher länger als gewöhnlich geöffnet. . Schliesslich kam auch Kithara's Freund, Arikus. Sie flogen sich in die Arme und küssten sich. Jaja, diese beiden, oft und lang waren sie immer in einem der hinteren Kaminzimmer. Im Verlauf des Abends jedoch bemerkte ich, wie reserviert sie manchmal zu Arikus war, ein Streit? Aber Arikus schien nichts zu bemerken, also musste es etwas anderes sein. Gerade wollte ich an ihrem Tisch die abgebrannte Kerze ersetzen, als Arikus mit den Armen gestikulierte und mit einem Knall wurde es Licht. Ein Blick zu Kithara, und ich wusste was mit ihr nicht stimmte. Sie zuckte zusammen, verzog schmerzvoll ihr Gesicht, Traurigkeit und Furcht sah ich in ihren Augen, doch da war es schon vorbei und sie hatte sich wieder unter Kontrolle. Aha, dachte ich mir. Entgegen aller Beteuerungen mir gegenüber, hatte sie sich doch nicht mit Arikus wachsender Magie abgefunden. Es tat mir leid um sie, doch was kann ich als Wirt schon machen?
So brachte ich Runde um Runde an den Tisch, und er Vorfall schien vergessen. Alle lachten, hatten Spass und gröhlten durch die Taverne. Naja, es war sonst niemand da den es störte, so lies ich sie gewähren. Doch wenn Krieger zusammen sind und im Rausch mit ihren Schwertern angeben, geht auch manchmal etwas zu Bruch. Ärgerlich, weitere Schrammen in meiner Theke, zwei zerbrochene Stühle und ein abgebrochenes Tischbein, von den Scherben der vielen Gläser will ich gar nicht reden. Doch nach und nach verabschiedeten sich nun die Gäste, auch Arikus verabschiedete sich. Nur noch Kithara und einer der anderen blieben weiterhin an ihrem Tisch. Schliesslich erhob sich auch dieser Krieger und schickte sich zum Gehen an, da erhob sich auch Kithara...
Ein tief trauriger Ausdruck lag auf ihrem Gesicht, und leise mit zittriger Stimme sprach sie mit dem anderen Krieger. Ich konnte nicht viel verstehen, lauschen wollte ich auch nicht, aber es waren nur noch diese beiden da, und so vernahm ich Bruchstücke ihrer Unterhaltung:
Sie:" ...etwas sagen....ein..Freund.....anvertrauen"
Er: "....helfen....."
Sie:" ...seine Vergangenheit......"
Er: " ... er sagte....Heiler oder Magier...."
Sie:"Ich ...nicht verstehen......"
Er: "...er wohl auch nicht....."
Als ich ihnen erneut etwas zu trinken brachte, sah ich Tränen in Kithara's Augen, sie versuchte sie zurückzuhalten, für einen kurzen Moment konnte ich mehr verstehen:
Er: "..Habt ihr es ihm schon gesagt?"
Sie:"Nein, ich glaube es würde ihn tief treffen, sehr tief"
Er: " Ich schätze euch sehr....."
Hier hatte ich mich wieder entfernt, nur noch Bruchstücke iherer Unterhaltung drangen zu mir
Er: "...reden.....Offenheit...."
Sie:"....kann ich nicht.....niemals......ihn zerbrechen....."
Er: "....auch ich......alte wunden......Herz....."
Sie:".....erzählen.....euer leiden....."
Er: "...lange her......ausgenutzt.......gaben frei...."
Sie:".....leid....darüber hinweg......."
Er: "......früher...schon lange.....nicht gleichgültig......"
Sie:"Was.....sagen?"
Er: ".....Versprechen........muss gehen.....darf nicht sein...."
Ich war gerade an der Tür als ich den Krieger plötzlich zurTür lief und dabei einen Stuhl umwarf. Er rannte an mir vorbei, ich sah kurz in seine glänzenden Augen. Weinte er etwa? Kithara stand noch da, weinend. Was geschah denn hier? Ich wollte sie trösten, meinen liebsten Gast, doch da stürzte sie ebenfalls an mir vorbei zur Tür hinaus. Verwundert sah ich ihnen nach, ich mochte Kithara sehr, ich folgte ihr, hatte sie doch ihr Schwert vergessen, gefährlich in diesen dunklen Strassen. Sie wandte sich dem See zu, und da sah ich ich sie am Ufer stehen.
Ich fand ihn am See, dort wo ich damals auf Arikus wartete, wie bezeichnend, der gleiche Ort. Wir sahen uns nur an, sahen unsere Tränen. Er umarmte mich. Danach hatte ich mich gesehnt, ich sank in seine Arme. Da beugte er sich zu mir herab und seine Lippen berührten die meinigen. Ich wehrte mich nicht. Seine Lippen wurden fordender, seine Umarmung kräftigter. Seine Arme waren stark, stärker als die von Arikus durchzuckte es mich plötzlich, was tat ich hier? Ich riß mich los, rannte blind davon, mit verschwommenen Augen sah ich Licht, rannte darauf zu, rannte so schnell ich konnte wieder zu Torgas, in mein Kaminzimmer. Ich lies meinen Tränen freien Lauf, suchte ihr nach etwas von Arikus an das ich mich klammern konnte, suchte ihn, suchte...vergeblich.
Ich spürte ihn hinter mir. Schuldbewusst starrte ich in die züngelnden Flammen des Kaminfeuers. Mein Herz verbrennt glaube ich, darin. Mit zitternder Stimme sagte er nur: "Es darf nicht sein!" Ich sah ihn nicht an, starrte in das Kaminfeuer, er wiederhohlte beinhe tonlos:
"Es darf nicht sein! Es war alles meine Schuld, ich hätte gehen sollen bevor wir miteinander sprachen"
"Nein, ich drängte euch zu sehr etwas zu sagen", drehte ich mich zu ihm um. "Doch es darf nicht sein, oder vielleicht doch?"
Mit tränenerstickter Stimme sagte er: "Wir müssen diese Nacht vergessen, wir gaben ihm unser Wort. Jeder." "Ich kann diese Nacht nicht vergessen, niemals. Wie soll ich ihm jetzt noch unter die Augen treten?"
"Gute Nacht, Geliebte"
Nun, war ich wieder allein, keine Antwort auf meine Fragen. Was ist heute geschehen? Wie konnte das passieren? Ich liebe ihn, ich weiß es, er weiß es. Ihn aber auch. Wie ist das möglich? Lange noch liege ich wach, die Gedanken irren umher, das Herz voll Angst, voll Schmerz, voll Sehnsucht. Wenn ich nicht beide lieben kann oder darf, was wird geschehen? Werde ich einen verlieren? Werden sie versuchen sich einander zu töten? Oder gar mich? Können sie, können wir alle Freund bleiben? Wird er mich freigeben? Wird er mich und ihn von unserem Wort befreien? Ich werde Arikus weiterlieben, doch nicht mehr so wie früher, nicht mehr, nicht nach heute nacht, nicht mehr so wie eine Frau ihren Mann lieben sollte. Mein Herz gehört dem Krieger, ganz und gar. Erschöpft, fiel ich in unruhigen Schlaf, Schwertergeklirr welches mein Herz normalerweise erfreut, hämmerte gefährlich in meinem Kopf, kein Schwertergeklirr eines Schwerttanzes, Schwertergeklirr das Unheil verkündet
(C) Kithara
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