Wie alles begann

Ein Pfeil,... schlank, unscheinbar, und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... geschnitzt aus einfachem, gerade gewachsenem Holz, und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... beschleunigt durch Sehne und gespanntem Holz, und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... getragen durch die Kraft des Windes und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... geführt durch das zarte Kleid eines Vogels, und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... ein Meisterwerk seinesgleichen, und doch... tödlich!
Ein Pfeil,... ob Gut oder Böse entscheidest du, nicht Ich...

so sei auf der Hut Jäger und wisse meine Augen auf dir ruhen.
Setze meine Gaben wohlüberlegt ein.
Ich verlange nicht viel, aber solltest du den
Weg des dunklen schreiten, ist meine Gabe... tödlich!


Es sollten noch Jahre vergehen, bis diese Worte durch das flüstern des Waldes und des Windes in die Ohren getragen wurden, für die sie bestimmt waren.

In einer Schänke in einem fernen Reich:

Man nennt mich Mentanin den Sänger. Ich reise durch die Reiche und verkünde den Unwissenden Wissen. So auch hier und jetzt meine Freunde also lauscht der Geschichte die ich zu erzählen habe.

Es war Nacht, der Mond schien voll über die spitzen des Elfenwaldes und zauberte ein glitzern in die Dunkelheit. Eine Eule verfolgte das glitzern und ließ sich über der Elfenstadt Narmurdier auf einem Ast nieder und beobachtete das nächtliche Treiben.

Ein Fest war im vollem Gange, eine Hochzeit. Das verliebte Brautpaar stand umkreist von tanzenden und singenden Elfen auf einer Waldlichtung unter einem alten Baum und vollzog das Ritual der Eheschließung. Die Braut war schwanger und flüsterte Ihrem frischen Ehemann zu, das die Zeit gekommen ist. Die Augen des Mannes schauten erst ungläubig, dann fraglich, dann wissend und dann in einer Art die mit dem Wort ·PANISCH· nur annähernd erklärt werden kann.
Wie vom Hafer gestochen trug der Mann, sein Name war übrigens Martal seine Frau Dinai zu Ihren festlich geschmückten Heim, stolperte mit ihr über die Schwelle und bettete Sie sogleich auf einem Bett aus Rosen. Dabei stammelte er etwas wie "Hilfe es ist soweit". Die weiblichen älteren konnten sich ein lächeln und ein Kopfschütteln nicht verkneifen, und begleiteten Martal sanft aber bestimmt aus dem Haus. Draußen wurde er gleich von Narmurd dem Stadtältesten in Empfang genommen der ihn das warten auf sein Kind erleichtern wollte. Es war eine besondere Nacht, es war die Nacht der fallenden Sterne. Martal wünschte sich einen Sohn mit dem er auf die jagt gehen konnte. Dinai hingegen wünschte sich ein Mädchen (normal oder?).

Das warten wurde langsam für Martal zur Qual und für Narmurd übrigens auch.
Endlich es war soweit, ein Knabenschrei durchschnitt die Stille der Nacht. Martal konnte seine Freude kaum bändigen. Aber was war das, ein zweiter Schrei....kein Knabe,....ein Mädchen!!!!
Martal wurde fast ohnmächtig vor Freude und nichts konnte ihn bremsen. Er stolperte durch die Tür, rannte durch den Flur und öffnete die Tür zum Schlafraum. Dinai empfing ihn mit einem erschöpften doch liebevollen lächeln.

"Dinai meine Frau, die Sternschnuppen ließen mich auf ein gesundes Kind hoffen. Aber nein, das Glück der frischen Familie Sternenschein wurde reicher belohnt als ich zu hoffen wagte. Ruhe dich aus, träume von mir und unseren Kindern und Danke den Göttern für soviel Güte!
Am nächsten Tag war die ganze Stadt auf den Beinen. Die Nachricht über Nachwuchs in der Stadt verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Martal und Dinai überlegten sich Namen, für ihre Zwillinge. Sie überlegten nach Namen die das Glück und die Ereignisse der letzten nacht ehrten. Für das Mädchen - Elanianess und für den Knaben · Mareck! Narmurd schenkte den Zwillingen ein magisches Band das die beiden immer daran erinnert sollte das sie Zwillinge und innerlich miteinander verbunden sind.

Es zogen die Jahre ins Land und die Zwillinge Elanianess und Mareck wuchsen unter der Obhut und der strengen Erziehung der ganzen Stadt auf. Martal, ihr Vater, erzog sie zu guten Jägern die den unterschied zwischen jagen und wildern erkannten. Sie streiften oft durch den Wald um zu jagen oder einfach nur um die Tiere zu beobachten. So auch diesen frühen Sommermorgen. Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangen und Elanianess und Mareck zogen auf der suche nach einem Reh oder Ähnlichem leise durch den Wald. Sie trennten sie nie weiter als Sichtweite, einen Ratschlag Martals, der früher im großen Krieg gegen die Menschen seine Erfahrung gesammelt hatte.---Da ein Schatten..., etwas bewegte sich durch das Unterholz. Mareck schaute zu seiner Schwester, sie nickten sich gegenseitig zu und spannten die Bögen.

Elanianess atmete ganz flach, dieser Schuß mußte einfach perfekt werden. Sie zielte und wartete. Das Unterholz teilte sich und vor ihnen stand ein Reh. Mareck und Elanianess zielten auf das Herz und ließen Synchron die Bogensehnen schnalzen. Die beiden Pfeile zischten lautlos auf das Ziel zu. Es gab einen lautes knacken und einige funken flogen, als die beiden Pfeilspitzen sich berührten und sich gegenseitig zerstörten. Das Reh bekam einen gehörigen Schrecken als die kaputten Pfeilreste nutzlos gegen das Fell flogen, und floh. Mareck und Elanianess schauten sich ungläubig an und fingen an zu lachen und freuten sich das keiner besser war als der andere. Die Aufregung war genug für diesen morgen, sie wollten nach Hause und erzählen was sie erlebt hatten. Sie lachten und erzählten sich wieder und wieder ihr gerade erlebtes. So merkten sie auch nicht die Gestalt die ihnen folgte und mit ihren bösen violettleuchtenen Augen haßerfüllt nachstellte.

Nach diesem Vorfall vergingen wieder einige Jahre und Mareck und Elanianess wurden langsam erfahrener und erwachsener.

Eines Sommertages, Mareck ruhte sich gerade unter der alten Eiche aus, spürte er plötzlich einen überwältigenden und lähmenden Schmerz in seiner Brust. Er war unfähig sich zu bewegen, geschweige den nach Hilfe zu rufen. Schweisperlen tropften von seiner Stirn und er übergab sich mehrmals. Mit letzter Kraft schleppte er sich zum Haus seiner Eltern. Dabei merkte er nicht daß das magische band das er um sein Handgelenk trug blasser wurde und zerfiel. Zu hause angekommen stolperte er in den Wohnraum um sich von seinen Eltern helfen zu lassen. Er blickte in die leiderfüllten Augen seiner Eltern. Sein Vater legte im die Hand auf die Schulter und sprach mit zitternder:"Sei jetzt stark mein Sohn!" und machte einen Schritt zur Seite. In der Mitte des Raumes, aufgebahrt auf einer Trage aus Holz, lag Elanianess. Aus ihrer Brust ragte der Schaft eines kleinen Armbrustbolzens. Das konnte nicht sein. Mareck schaute an sein Handgelenk --- es war weg. Sie war weg, seine geliebte Schwester---Elanianess. Das durfte nicht sein, er hatte ihr doch noch soviel zu sagen. Sie konnte doch nicht einfach gehen. Mareck wurde schwindelig, schlecht und ließ sich auf die Knie fallen. "Warum---Warum---Eli--" flüsterte er. Dann wurde ihm schwarz vor Augen, und das letzte waren die Worte seines Vaters. "Diese schwarzen Bastarde werden dafür büßen, tot allen Dunkelelfen"

·Dunkelelfen·-dieses Wort brannte sich in Marecks Kopf. Wäre er nicht ohnmächtig geworden wäre er mit seinem Vater gezogen und hätte diese feigen Wesen zur strecke gebracht.


Nichts sollte mehr so werden wie es war. Mareck war von diesem Tag an nicht mehr der lebensfrohe Elf, für den er bekannt war. Mit dem Tod seiner Schwester starb auch etwas in Mareck. Er verdrängte Spaß und Vergnügen. Er arbeitete viel lieber im Wald. Jagen, kranken Tieren helfen Hauptsache er war allein. Er übte mit dem Schwert seines Vaters · angreifen - parieren - verteidigen. Tag ein Tag aus. Martall und Dinai wußten das die Zeit kommen würde an der Mareck aus der Obhut seiner Eltern fliehen würde. Mit der Ermordung Elanianess starb seine Lebensfreude. Der Tag des Abschiedes war gekommen, kein Abschied für immer, das versprach Mareck, er würde wiederkommen. Mareck ging ein letztes mal zur alten Eiche, wo damals seine Eltern geheiratet haben und wo jetzt Elanianess begraben lag.
Eine Träne rollte seine Wange herab und viel auf das frisch bepflanzte Grab. Der duft frischer Waldblumen stieg ihm in die Nase! Ihre Lieblingsblumen! Wie vermißte er sie---Elanianess!
Er vernahm ein leichtes wispern, wie das rascheln der Blätter, Worte die nur er hören konnte, Worte so süß wie das leben selbst, Worte die sein Leben verändern sollten ...

Ende

(C) Mareck

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