Uktogoth's verlorener Kampf

Total erschöpft und abgekämpft, teleportierte ich mich zurück in den Tempel. Die vielen B'thastan zerrten doch stark an meinen Kräften, schnell hatte ich die mitgebrachten Heiltränke verbraucht. Doch ich hatte dabei Spass gehabt und wollte nocheinmal hin. Also besuchte ich Chryseida Yolangda, die mich gegen teures Gold wieder mit Heiltränken und einer Schriftrolle versah. Ein Blick auf meinen Kontostand rührte mich zu Tränen, doch um in dieser Welt zu bestehen bedarf es Erfahrung und ich bin noch schwach. Gut gerüstet wollte ich dann zum Osttor Felsriff verlassen, doch als ich das Tor erreichte wurde ich von zwei finsteren Gestalten mit tiefschwarzen Flügeln zum Halt aufgefordert. Ihre tiefroten Spitzen ihrer Flügel leuchteten und wippten kampfbereit, wohlwissend um ihre Macht. Uktogoth und Andromedeus. Uktogoth kannte ich bereits, den anderen nicht.

"Halt!" rief Uktogoth, "zahlt 20000 Goldstücke und ihr dürft das Tor passieren!"

Hmm, dachte ich mir 20000 Gold? Das übersteigt deinen Besitz, also wartete ich erstmal ab. Just in diesem Augenblick erschienen zwei weissgeflügelte Seraphen, Miegi und Zidane. Es wurde nicht viel Federlesens gemacht, und die beiden weissen Seraphen wurden von ihrem Juwel errettet. Da stand ich wieder, allein, und Uktogoth wiederhohlte mir gegenüber seine Forderung. "Na gut", sagte ich, "dann passiere ich eben nicht das Tor. Meine Barschaft reicht nicht aus um den Zoll zu bezahlen. Dann setzte ich mich hier auf die Bank, genieße die Kühle des Brunnens und warte bis ihr müde des Belagerns seid!" Sprachs, und setzte mich auf die Bank.

"Nichts da!", entgegenete mir Uktogoth, "hier zuschauen kostet ebensoviel Gold. Wenn ihr nicht zahlen wollt so sterbt!" Das fand ich nicht nett, ich wollte doch nicht unbedingt zuschauen, nur warten bis die beiden weg sind. Schon erwartete ich die ersten Pfeile in meinem Körper zu spüren, als ein weiterer weißer Seraph zum Tor hinaus wollte. Er war flink und schnell, seinen Namen weiss ich nicht mehr, aber man merkte er hatte die Hosen bzw Robe voll. Ein "Halt!" der beiden schwarzen Seraphen wurde ignoriert, ein Zauberspruch, Heddern oder so ähnlich (keine Ahnung von Magie hat) versagte, einige nachgechossene Pfeile verfehlten ihr Ziel und der Seraph Artherks entkam.

"Soso", sagte ich zu Uktogoth, "seid ihr so schwach ihn ziehen zu lassen? Gleiches Recht für alle, ich habe nichtmal Flügel, also lasst mich passieren." Doch das machte ihn nur noch wütender, ich sah mein Ende kommen, doch wieder erschienen Zidane und Miegi, sie versuchten sich erneut gegen die zwei dunklen Widersacher zu behaupten. Im anschliesenden Handgemenge und Kampfgeschehen, nutzte ich die Verwirrung aus und schlüpfte zwischen den kämpfenden zum Tor hinaus. Einer der nachgeschossenen Pfeile bohrte sich in meinen Unterschenkel, doch meine Rüstung fing den Pfeil auf. Zwei weitere Pfeile steckten in meinem Schild.

"Uff, Glück gehabt", dachte ich mir und den Rest des Tages verbrachte ich umherziehend und auf der Jagd nach Gold und Feinden. Doch irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen und man möchte am Abend am warmen Kaminfeuer sitzten und so las ich aus meiner Rolle, und erschien wieder im Tempel.

Da stand er. Uktogoth. Groß, imponierend in seiner schwarzen Robe, die das Licht aufzusaugen schien, die Flügel erschienen mir hier im Tempel noch schwärzer zu sein, seine Spitzen hatten die kräftige Farbe roten Blutes Blut. Da erblickte er mich auch schonund seine tiefe Stimme hallte mir in den Ohren: "Erinnert ihr euch an heute vormittag? Ihr seid mir den Wegzoll noch schuldig. Doch nicht im Tempel. Ich werde nun ein Auge auf euch haben und euch finden, euer Gold wird meins sein" Damit drehte er sich um und lies mich stehen.

Eins hatte er erreicht, Angst hatte ich nun. Er war stark und sich mit ihm anzulegen käme einem Selbstmord gleich. Viel Gold hatte ich immer noch nicht, immerhin reichte es noch immer nicht für einen neuen Schild. Gute Waffen und Rüstugen waren teuer, auch überlegte ich die Anschaffung eines Feuerarnreifs. Naja, am nächsten Tag kämpfte ich auf den Wiesen und Feldern weiter, suchte nach Gold und Skalpen.

Jedoch hatte ich Angst, hinter jedem Busch konnte die hünenhafte Gestalt Uktogoth's auftauchen. So konnte es nicht weitergehen, ich musste was unternehmen. Allein wäre ich ihm immer unterlegen, zu stark ist er. Und so reifte ein Plan in mir heran. Ein paar Freunde von mir, Menschen, deren Loyalität ich mir sicher sein konnte, weihte ich in meinen Plan ein. Freudig und begeistert stimmten sie mir zu, Deeedo sofort, dann noch Arikus, Duhart, Kichon und Shadowwolf, zweifelten allerdings zunächst, ob es mir gelingen würde Uktogoth zu mir zu locken, doch darüber machte ich mir keine Gedanken. Wir postierten uns an einer Kreuzung, nicht unweit des Schlosses von Beltigan. Mein Plan war, hier auf Uktogoth zuwarten, meine Freunde sollten sich verstecken und im richtigen Augenblick wollten wir ihn umzingeln. Gesagt Getan. Wir waren bereit, die Freunde lagen im Hinterhalt. Da erreichte mich auch schon die Kunde, das Uktogoth auf der Insel sei. Spannung kam auf, ob er wohl die Falle roch? Würde er sich locken lassen? Ging mein Plan auf? Ich musste es jetzt versuchen, und so schickte ich meine Tauben über die Insel, jeder sollte wissen das ich mich in Gefahr befand. Ich tat so als ob ich auf mein Ende wartete, gleichzeitig lachte ich über ihn, versuchte ihn zu verhöhnen, versuchte ihn wütend und unvorsichtig zu machen. Es schien mir zu gelingen, bange Minuten verharrte ich an der Kreuzung, und plötzlich....

Eine große Gestalt mit den schwärzesten Flügeln, die glutroten Spitzen wütend wippend, stand er mit finsterem Blick vor mir. Ich wagte kaum zu atmen, zu erschrocken war ich, hatte ich noch Zeit? Doch er schoss nicht gleich, hochtrabend richtete er das Wort an mich: "So leicht werde ich es euch nicht machen, bevor ihr sterbt, gebt mir das Gold und ich verspreche euch einen schnellen schmerzlosen Tod!" Zitternd vor Angst, gab ich meinen Freunden das verabredete Zeichen, und blitzschnell war Uktogoth umzingelt. "Nun", sprach ich ihn an, meine Angst vergessend, "wie ihr seht bin ich nicht allein, ihr seid in die Falle getappt. Gebt mir nun euer Gold oder erlasst mir meinen Wegzoll und ihr dürft gehen!"

"Niemals!" rief er, und ich spürte wie er uns einen nach dem anderen mit prüfenden Blick musterte. "Nun, was ist? Wollt ihr nun zahlen oder sterben? Ihr habt den ersten Schuss!" Doch er erwiderte: "Ihr Menschlinge werdet meine Kraft zu spüren bekommen." Und da schnellten seine Pfeile von der Sehne seines Bogens, ein Pfeil nach dem anderen bohrte sich in meine Brust, doch die magischen Kräfte meines Talismann hielten. Auch wir hieben mit unseren Waffen auf Uktogoth ein, die Luft hallte vom Klirren der Schwerter, Pfeile surrten, donnernde Zauber wurden gesprochen, doch nach einigen Sekunden war der Kampf vorbei. Ich befand mich im Tempel, ebnso einer meiner Freunde, Kichon. Aber auch Uktogoth wurde von seinem Juwel errettet. Mein Plan war aufgegangen, wenn auch mit Verlusten, aber eigentlich hatte ich mit mehr Verlusten gerechnet.

Zurück an der Kreuzung begegneten sich Uktogoth's und meine Blicke. Gegenseitig zollten wir uns den verdienten Respekt. Auch er war nicht mehr allein, auch seine Getreuen erreichten ihn nun, doch zu spät. "Ihr habt mit List und Tücke mich in die Falle gelockt", sagte Uktogoth zu mir, "doch unserer nächste Begegnung mit und werde ich bestimmen, seid gewarnt."
"Ich werde bereit sein", erwiderte ich ihm, und uns grüßend verliesen wir die Kreuzung.

(C) Kithara

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