Der Fluch

„Werter Vargus, es scheint die Axt hat mich gefunden.“ „Fein Shadowwolf. So ungern ich es rate, aber auch diese Waffe muss erweckt werden, so tut das Unausweichliche“. Und so nannte ich die Axt bei Ihrem Namen und ein blaues Leuchten erfüllte den Tempel Ogrimars. „Ich grüße Euch, Shadowwolf.“ „Nun wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, habe ich einige Fragen an Euch, wie wäre es wenn Ihr mir einfach alles über meine Herkunft erzählen würdet?“ erwidert ich.
„Ich werde Euch erzählen was ich euch mitteilen darf. Zuerst werde ich Euch das Rätsel Eurer Geburt erklären. Die Mönche im Kloster der Ewigkeit, bei denen Ihr aufwuchst, durften Euch nichts über Eure Herkunft sagen, die Zeit war noch nicht reif. Ihre Aufgabe bestand darin Euch auf das Kommende vorzubereiten und ich muss sagen sie erfüllten Ihre Aufgabe gut. Die zwei Schiffe, die vor der Insel strandeten, stammten wie Ihr Euch denken könnt aus dem hohen Norden. Euer Vater schickte Eure schwangere Mutter mit einigen Gefolgsleuten in den tiefen Süden um Euch so sein Schicksal zu ersparen. Danach richtete er sich selbst um so das Ende der Blutlinie vorzutäuschen. Als ob man seinem Schicksal entkommen könnte, dieser Narr. Die Abreise blieb jedoch nicht unbeobachtet und einige Diener einer Göttlichen Macht nahmen die Verfolgung auf um Eure Blutlinie entgültig zu beenden, nun was will man auch bei einem solch einfachen Gemüt wie Thor es nun einmal hat auch anderes erwarten. Beide Schiffe strandeten im Sturm und es kam zum Kampf. Die Gefolgsleute Eures Vaters verwandelten sich in fürchterliche Bestien, die Nordmänner versuchten sie mit Waffen aus Silber zu töten, niemand überlebte. Eure Mutter floh inzwischen ins Landesinnere verfolgt von einem einzigen Mann. Durch die ganze Aufregung kamen die Wehen vor der erwarteten Zeit und sie gebar Euch in der Wildnis. Inzwischen holte sie der Anführer der Wikinger ein und enthauptete sie. Ehe er auch Euch töten konnte, wurde er von drei Wölfen zerrissen, eben diesen Wölfen, die der Bauer dann vorfand. Der Rest ist Euch bekannt. Seid euch gewiss, sie wachen immer noch über Euch“
„Hmm, dies erklärt also die Vorkommnisse die im Süden stattfanden, jedoch schuldet Ihr mir noch die Antwort warum ich und meine ganze Blutlinie verflucht sind“ „Seid Ihr sicher, dass Ihr dies hören wollt? Es wird Euch nicht erfreuen.“ „Ich denke Unwissenheit wäre gefährlicher also erzählt“ erwiderte ich.
„Es war vor langer Zeit als die Magie noch mächtig war. Die Menschen waren noch primitive Wesen, kaum mehr als wilde Tiere. Sie schlossen sich in Rudeln zusammen und bildeten somit die ersten Clans. Dies ermöglichte ihnen ein leichteres Überleben. Mord und Totschlag war an der Tagesordnung, schon eine falsche Geste genügte um Kriege auszulösen. Ein Clan tat sich besonderst hervor zu dieser Zeit, er führte den Wolf als Totemtier. Eines Tages trafen die Jäger dieses Clans auf eine Karawane einer höherentwickelten Kultur, woher sie kamen und wohin sie wollten entzieht sich sogar meinem Wissen. Rasch wurden alle Krieger herbeigerufen und die Karawane wurde durch die schiere Übermacht vernichtet, auch die Frauen und Kinder wurden erbarmungslos dahingeschlachtet. Zufrieden kehrten die Überlebenden mit der Beute in ihre Höhlen zurück. Einige Nächte später, der Vollmond war gerade aufgegangen, trat aus dem Nichts ein in kostbare Roben gehüllte Gestallt in Ihre Mitte. Sofort wurde die Gestalt angegriffen von den Wächtern, jedoch prallten alle Waffen wirkungslos ab“
„Ihr habt mir das kostbarste genommen was ich besaß, es wäre mir ein Leichtes euch zu vernichten, jedoch sollt ihr für eure Tat eine andere Belohnung erhalten. Da ihr lebt wie die wilden Tiere sollt Ihr auch als solche zu erkennen sein. Bei der Macht der Magie verfluche ich euch in Vollmondnächten die Gestalt von Wölfen anzunehmen und in dieser Zeit wahllos alles zu töten. Für euren Anführer habe ich folgendes Geschenk. Ihr werdet nicht den Fluch teilen. Vielmehr werdet Ihr zwar auch die Blutgier und die Mordlust Eurer Gefolgsleute erleiden, jedoch werdet Ihr dies bei vollem Verstand erdulden müssen. Und seid gewarnt, ergebt Ihr Euch der Gier und der Lust so seid Ihr verloren. Dieser Fluch möge ewig bestehen, solange eure Blutlinie besteht, er möge an Eure jeweiligen Nachkommen weitergehen. So steht es geschrieben und so wird es sein, so wahr mein Name Vecna lautet.“
„Nach diesen Worten verschwand die Gestalt des Erzmagiers wieder. Ihr könnt euch nun selbst ausrechen wie es mit Eurem Clan weiterging. Durch den Fluch gezeichnet wurden sie und ihre Nachfahren zu Ausgestoßenen und Gejagten.“
„Dies erklärt jedoch immer noch nicht das Interesse von Euch an mir.“
„Durch den Fluch habt Ihr ein enormes Machtpotential. Das Schiff der verloren Seelen möchte dieses Potential nutzten um Ragnarök einzuleiten. Die Macht die hinter mir steht möchte dies verhindern. Macht Euch frei von solch begriffen wie Gut und Böse, es geht hier vielmehr um Sein oder Nichtsein.“
„Nun sagt mir doch noch eines, wie kann ich diesen Fluch brechen?“
„Dies Euch mitzuteilen ist mir nicht erlaubt. Denn solltet Ihr den Fluch brechen können, würde sich mein Gegenspieler eine andere Hilfe suchen. So ist es mir leichter seine Pläne zu vereiteln. Ich werde Euch dabei also nicht helfen. Ihr wisst nun alles, was Ihr wissen müsst.“
„Auch Ihr wollt mich also nur Benutzen. So höret was Ich euch Zweien zu sagen habe.“ Schnell sprach ich auch den wahren Namen des Schwertes aus und zu dem blauen Licht gesellte sich das dunkle Glühen. „Ihr Zwei meint mich nach eurem Willen lenken zu können und lauert nur auf eine Chance. Ich kann euch nicht vernichten, aber ich kann mich mit euch in einen tiefen Abgrund stürzen. Dort würdet ihr eine lange Zeit verschollen bleiben. Meine Freiheit ist mir wichtiger als mein Leben. Sollte einer von euch mich jemals wieder zu beeinflussen versuchen werde ich es tun. Also verhaltet euch ab nun wie zwei ganz normale Waffen.“ Als das Leuchten der Waffen erlosch, wandte sich Vargus an mich. „Ein wahrhaft guter Bluff Shadowwolf.“ „Werter Vargus, war es denn ein Bluff?“ mit einem leichten Lächeln verlies ich den Tempel Ogrimars. In der Ferne hörte ich das Heulen der Wölfe. „Bald meine getreuen Freunde, geduldet euch noch ein wenig“ …

(C) Shadowwolf

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