Verlorene Hoffnung
Ich untersuchte noch den Rest des Raumes fand aber keine Spur von meinen Freunden und auch keinen Hinweis darauf wer uns hierher gebracht hatte, oder wo ich war. Ich ging zurück zum Fenster und betrachtete erneut die Landschaft, sie hatte etwas seltsam vertrautes an sich, so als ob ich all das schon einmal gesehen hatte. Besonders der Berg schien mich magisch anzuziehen. In diesem Augenblick hörte ich von draussen Schritte und Stimmen. Auch wenn sie von der anderen Seite der Tür kamen, so waren es doch nicht Damians oder Cabals Stimme die an mein Ohr drang. Ich sah mich eilig im Raum um konnte aber nichts entdecken wo ich mich verstecken konnte, also griff ich den Rest meiner Ausrüstung und kletterte aus dem Fester hinnaus. Gerade als ich auf dem kalten, eingeschneiten Boden ankam hörte ich drinnen wie sich die Tür öffnete, ich robbte unter den Fenstern entlang bis zur Ecke des Hauses, ich lugte um sie herum, konnte aber niemanden entdecken. Also sprang ich auf und sprintete auf den nahen Wald zu.
Halt! hörte ich hinter mir eine rauhe, herrische Stimme rufen, ich ignorierte sie und lief weiter, Halt, an oder..., ich warf einen schnellen Blick hinter mich, konnte aber niemanden entdecken, also rannte ich weiter, als ich gerade die ersten Bäume erreichte spührte ich ein leichtes Ziehen in meinem Nacken. Ich sprang hinter eine Böschung und blieb einige Sekunden am Boden liegen, dann griff ich mir in den Nacken und zog einen winzigen etwa Fingerlangen spitzen Pfeil herraus. Verfluchte Bastarde!, fluchte ich und richtete mich wieder auf, ich spähte über die Böschung konnte aber keine Verfolger erkennen, als rannte ich halb geduckt weiter in den Wald hinnein. Doch schon bald spührte ich wie mich meine Kräfte verliessen, meine Arme wurden schwer wie Blei und der kleine Stich in meinem Nacken begann zu schmerzen. Gift, schoß es in mein Bewusssein, sicher war der kleine Pfeil vergiftet gewesen, wieder fluchte ich und schleppte mich vorwärts. Doch schon wenige Schritte später veragten meine Beine ihren Dienst, ich fing meinen Sturz gerade noch mit den Armen ab, dann begannen bunter Lichter vor meinen Augen zu flirren. Ich taumelte und stolperte weiter bis vor mir eine schemenhafte Gestalt auftauchte. Ich blinzelte um mehr durch meine verschwommenen Blick wahrzunehmen doch gelang es mir nur ein gepresstes: Hil.. Hilfe!, herrauszubringen bevor ich nach vorn umkippte, geradewegs in die Arme des Fremden.
Ich spührte ein höllisches Brennen in meinem Nacken und auf meiner Stirn lag ein kalter Lappen, ich konnte meine Glieder nur mühsam bewegen, aber ich war wieder wach, ich schlug mühsam die Augen auf und sah über mir eine einfache hölzerne Deckentäflung, ich versuchte zu sprechen brachte aber nicht mehr als ein leises Stöhnen herraus. Ich spührte die Anwesenheit einer Person, jemand berührte meine Hand, hielt sie fest und wechselte den Lappen auf meiner Stirn aus, wie aus weiter ferne hörte ich eine Frauenstimme: Ruh dich aus, du wurdest vergiftet, aber du bist hier in Sicherheit und wirst wieder gesund. Und erneut übermannte mich der Druck der auf mir lastete und ich fiel in einen tiefen alptraumerfüllten Schlaf. Immer wenn ich erwachte war sie in der Nähe ich hörte ihre beruhigende Stimme, auch wenn meine Sinne immernoch verworren waren und ich weder sehen, geschweige denn mich bewegen konnte. Ich schlief viel in den nächsten Tagen und langsam kam mein Körper wieder zu kräften, das Gift schien meinem Körper mehr und mehr zu entweichen.
Eines Morgens nun erwachte ich, es war noch Dunkel nur ein fahles Dämmerlicht viel in das Zimmer in dem ich mich befand, wie immer versuchte ich mich aufzurichten und ein Freudenschrei entfuhr mir als es mir gelang mich einige Zentimeter aufzurichten, mein immer noch etwas trüber Blick tastete sich durch den Raum, entdeckte aber niemanden, an den steinernen Wänden gab es keine Fenster, dafür war ein Teil der Decke aus einem sanft schimmernden Glas gefertigt durch das Morgentliches Licht in die Kammer fiel. Ich stütze mich weiter auf und lehnte mich an die Wand, von meinem Nacken gingen brennende Schmerzen aus die sich wie Peitschenhiebe ausbreiteten. Ich schloss einen Augenblick die Augen um die Lichtspiele die vor meine Augen entstanden zu unterdrücken, als ich sie wieder öffnete kniete neben mir eine junge Frau. Ein seltsames Kribbeln durchfuhr mich als sie mich ansah. Ihr langes sanft gelocktes Haar hing bis über die Schultern herrab auf ihren schlichten Umhang und ihre Augen leuchteten in einem mystischen, beruhigendem smaragdgrün. Ich rang mir ein Lächeln ab und spührte wie sie ihre Hand auf meine Stirn legte. Es durchzog mich wie ein warmer, behaglicher Strom und ich schloss wieder meine Augen ich genoss die Berührung und spührte die Kraft die von ihr ausging, dennoch schwanden erneut meine Sinne und ich fiel auf mein Lager zurück.
Als ich wieder erwachte schien die Sonne bereits unterzugehen, nur ein rötlich-gelbes Licht fiel durch das grosse Fenster im Dach. Ich bewegte meinen Kopf ein wenig und atmete tief ein, ein unwiederstehlicher Duft nach Hühnerbrühe lag in der Luft und ich sah aus den Augenwinkeln die junge Frau am Feuer stehen und in einem grossen Topf rühren. Ich wollte gerade etwas sagen als sie mir zuvorkam: Na mein Langschläfer, wieder unter den lebenden? Versuch nicht soviel zu sprechen und bewegt dich nicht, die Wachen haben dich ganz schön übel zugerichtet aber du bist ja ein zäher Bursche, nicht war? Sie drehte sich um und lächelte mich einfach an: Ruh dich noch aus, dann kannst du ertsmal wieder was essen. Ich gehorchte und schloss meine Augen, einige Minuten später, die Sonne war inzwischen ganz versunken spührte ich wie ihre Hand sanft durch mein Haar strich: Hey, grosser komm ich helf dir, du musst wieder mal was essen, damit du zu kräften kommst. Ich lächelte und richtete mich wieder auf um ein wenig von der Suppe zu kosten. Wohlig ströhmte die Wärme meinen Gaumen herrunter und gierig löffelte ich meine Schale aus. Sie sah mich nachdenklich an: Du hast ja eine Appetit wie ein Bär, warte ich hol dir noch etwas mehr. Dankbar aas ich auch diese Schaale und sagte dann leise: Danke, das du mich gerettet hast. Ich blickte zuerst auf den Boden und als ich ihr lachen hörte sah ich wieder zu ihr auf sie lächelte mich an und sagte dann: Hier streunen in letzter Zeit ne ganze Menge von diesen Fremländischen Wachen herrum und suchen irgentwas, aber das ist immernoch mein Wald und hier ist noch keiner Vergiftet worden, wenn ich es verhindern konnte.
Im Laufe des Abends unterhielten wir uns über viele Dinge, ich erzählte ihr meine Geschichte und erfuhr von ihr wir uns auf einer entlegenen Insel befanden, einen Namen hatte sie scheinbar nicht und war auch nur auf sehr wenigen Seekarten verzeichnet. Früher so sagte sie war es eine friedliche Insel, in dem Kloster an der Küste aus dem ich geflohen war, lebte ein Mönchsorden, der sich Die Wächter der Ewigkeit nannten. Doch vor einigen Monaten traf ein kleines Schiff hier ein und Männer von einer entfernten Insel kamen an Land, sie suchten irgentetwas, oder irgentjemanden. Sie drohten den Mönchen mit Krieg und Tod wenn sie ihnen nicht helfen würden, die friedliebenden Mönche willigten eingeschüchtert und verschreckt ein, Ausschau zu halten. Die fremden verliessen die Insel schon bald wieder, nicht ohne grosse Mengen Vorräte aus den Lagern zu plündern aber sie liessen uns in Ruhe. Dann so erzählte sie zum Neumond tauchten in den Bergen der Insel Wölfe aus die ein seltsames Lied anstimmten und in den Büchern des Ordens stand geschrieben das in der Nacht der Wölfe ein Schiff gen Westen fahren sollte, und vor der Küste der fernen Stadt Lichthafen auf die Ankunft von drei bedrängten Fremden warten solle. So stach eine kleine Gruppe von Mönchen in See um sich in Lichthafen umzusehen. Besorgt blickte ich sie an und fragte was das passiert sei.
Zwei Tage nachdem sie in See stachen tauchte eine Flotte auf, die Segel der Schiffe waren mit einem Goldenen Mond verziert. Sie landeten an der Küste und viele hundert Krieger in stählernem Kleid kamen an Land und besetzten das Kloster, die Mönche..., eine Träne rollte ihre Wange herrunter, die Mönche die nicht schnell genug flohen wurden abgeschlachtet und von den Klippen ins Meer geworfen. Die Bibliothek des Klosters verbrannt und auf de Zinne stehen seit diesem Tage geflügelte Wachen. Die Schiffe verschwanden wieder, doch die Mörder blieben, als das Schiff der Mönche wiederkam wurden sie bereits erwartet. Die Mönche wurden getötet, nur drei verwundete Fremde wurden verschont. Der eine scheinst mir du zu sein, die anderen beiden wurden kaum konnten sie wieder laufen, von einem Schiff abgeholt. Damian, Cabal..., flüsterte ich kaum hörbar. Waren es Freunde von dir? Ich nickte bedrückt: Wir waren auf der Flucht vor den Dienern des Königs... Und jetzt scheint all die Mühe umsonst gewesen zu sein, Damian ist wieder in gefangenschaft und Cabal ebenso. Ich fluchte und schlug mit der geballten Faust auf mein Lager. Hey, grosser. Sie lächelte mich so unbeschreiblich sanft an und nahm ich tröstend in den Arm, ich sog ihren süßen, weiblichen Duft ein und begann zu schluchtzen und sie hielt mich einfach fest.
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