Jane

Es roch nach verbranntem Fleisch, hinter mir ächtzen die Waldwächter und Welle auf Welle von Spinnen spülte auf den nahen Waldrand zu. Meter um Meter mussten wir zurückweichen. Und mit jeder Minute wurde der Augenblick absehbarer an dem wir unser Heil in der Flucht suchen mussten, doch den Wald einer Horde Dämonen opfern? Nein ganz sicher nicht, ich stiess einen lauten Schrei aus und stümte mit hochgerissener Axt auf die Horden der Monster zu.

Ich erreichte die Meute und hieb auf sie ein, einer Maschine gleich trennte ich die Körper in kleine Teile, eine Masse aus zuckenden Schleim und Gestank versprühenden Leibern lag um mich herrum. Die Krallen der Bestien bohrten sich durch meine Lederne Rüste und die einst prachtvolle Runenrobe hing nur noch als Fetzen von meinen Schultern herrab. Immer wütender hieb ich auf die Bestien ein. Ich weis nicht mehr wie lange ich dort stand und auf die Kreaturen einhieb. Wütende Schreie drangen aus meinem Inneren und das grüne Blut der Spinnen vermischte sich mit meinem eigenen und färbte den Boden in ein wiederliches Braun. Mein Herz pulsierte dann Drang ein seltsames geräusch an mein Ohr. Es war ein leises wie das leise Trippeln von tausenden winzig kleiner Füsschen...

Ich spürte wie der Strom von Spinnen plötzlich schwächer wurde, dann sah ich neben wie kurz vor mir einige Spinne wie aus dem nichts zusammen brachen. Erst jetzt bemerkte ich auch wieder die magischen Geschosse der Waldwächter wie sie in meiner Nähe einschlugen und die Leiber der Dämonischen Spinnen verbrannten. Völlig ausser Atem stützte ich mich auf meine Blutverschmierte Axt, denn die Spinnen wurden von irgentetwas zurückgedrängt. Ich blickte angestrengt auf das Schlachtfeld und sah voller erstaunen eine ganze Armee winzig kleiner Nagetiere die sich auf die widerlichen Spinnen stürzte und mit scharfen Krallen und Zähnen die Leiber fachgerecht zerlegten. Daher also das leise trippeln, welches ich vernommen hatte. Mühsam schleppte ich mich zum Wald zurück und blickte voller grauen auf die vielen entstellten und von Dämonischen Fäden eingesponnenen Leiber der Waldwächter, von den fast tausend Waldwächtern schienen nur noch etwa drei dutzend am Leben und schleuderten ihre Blitze in Richtung des Schlachtfeldes.

Eine Träne rann mein Blut verschmiertes Gesicht herunter, dann brach ich zusammen. Ich muss wohl völlig entkräftet gewesen sein. Ich weis nicht mehr wie lange die Schlacht andauerte aber als ich erwachte war ich von einer Gruppe Waldwächtern umgeben die mich Sorgenvoll aus ihren braunen Augen ansahen, auf ihren Ästen sah ich einige der kleinen Nager sitzen welche sich so tapfer gegen die Wolfsspinnenflut geworfen hatten. Ohne Zweifel waren sie es gewesen die den Ansturm der Spinnen zum erliegen brachten. Ohne Sie wäre der Wald wohl verloren gewesen. Ein Schwarm von Glühwürmchen summte zwischen den Kronen der Waldwächter und erleuchtete die Umgebung. Ich stützte mich auf und spürte das mein Körper von Wunden überdeckt war. Vorsichtig tastete ich meinen Brustkorb ab und spürte das zwei Rippen zerschmettert waren ich hustete und bemerkte den süsslichen geschmack des Blutes welches aus meinen Mundwinkeln rann, dann verlor ich wieder das Bewusstsein...

Ich erwachte und bemerkte das jemand mir Verbände angelegt und mir eine kühlende Kompresse auf die Stirn gelegt hatte, ich schlug mühsam die Augen auf und immer noch war ich von Waldwächtern umgeben. Verschwommen erkannte ich das an einer Stelle eine Lücke in ihrer Reihe war, gerade gross genug um einen Menschen durchzulassen. Ich wollte mich aufrichten doch die Schmerzen in meiner Brust waren zu stark so dass ich wieder bewusstlos zusammenbrach, das letzte was ich erkannte war ein Langer verzierter Bogen der an einem der Waldwächter lehnte.

Ich schlug die Augen auf und spürte wie sich jemand an den Verbänden zu schaffen machte, ich zuckte zusammen und die Person beugte sich über mich und sagte mit ruhiger Stimme: "Bleib bloss liegen, sonst fällst du gleich wieder ins Koma. Ich hab keine Lust nochmal drei Tage zu beeten." Ich blickte in ihre Augen und sie kamen mir merkwürdig bekannt vor, auch die Stimme... Tief in meinem inneren schien sie mir vertraut, wie eine Stimme aus ferner Vergangenheit. Mühsam fragte ich sie nach ihrem Namen und woher sie käme. Sie lächelte mich an und sagte: "Nun mal langsam erstmal wirst du wieder gesund dann können wir plauschen." Ich spürte wie mich meine Kraft verlies und schlief erschöpft ein. Wer war sie, wie kam sie hierher in die Berge, wohin sich kein Mensch in tausend Jahren verlaufen hatte. Als ich am nächsten Morgen erwachte war niemand da, ichstützte mich auf und spürte ein stechen in meiner Brust, ich biss meine Zähne auf einander und richtete mich vollends auf. Ich lehnte mich gegen einen der Waldwächter, welcher im selben Augenblick freudig erzitterte, ein leises rauschen ging durch das Blätterdach und plötzlich sprang einer der Nager von dein Ästen und setzte sich auf mein Hand. Mühsam hob ich meinen Arm und sah in die strahlend Blauen Augen der Kreatur und musste lächeln. Es war wohl kaum vorstellbar das diese süßen kleinen Nager mit den blauen Augen vor kurzem noch wütend gegen eine riesige Flut von Tausenden Wolfspinnen angegangen waren.

Dann trat die junge Frau durch den Spalt zwischen den Bäumen. Ein dunkelblauer Umhang hing von ihrem Schultern über eine Sorgfälltig gearbeitet und feingliedrige Kettenrüstung, in einer Hand hielt die einen Beutel mit Kräutern, in der anderen einen langen runenverzierten Bogen. Ihre langen dunkelblau glänzenden Haare vielen über die Schultern und den Umhang herrab. Sie blickte mich vorwurfsvoll aus ihren Stahlblauen Augen an und sagte: "Was hab ich übers aufstehen gesagt?" Ich musste schmunzeln und entgegnete: "Nur das ich nicht wieder ins Koma fallen soll." "Naja dir scheints ja wieder gut zu gehen, dann kannst du ja mal erzählen was du hier in meinem Wald treibst? Denk bloss nicht das ich dir irgentwelchen Firlefanz abnehme. Schliesslich hast du die Spinne angelockt und das hat viele der Waldwächter ihr leben gekostet." Ich blickte sie etwas verstört an und überlegte ob da nicht vielleicht wirklich etwas dran war, ohne auf ihre Frage zu antworten entgegnete ich: "Sagt euch der Name Dunkelstamm etwas?" Sie erschrak und blickte sich sorgenvoll um, die Bäume raschelten erschrocken mit den Blättern und die Nager versteckten sich zwischen den dichten Ästen.

"Woher, woher kennst du diesen Namen, diesen Dämon welcher seit Jahren dieses Tal heimsucht!" stotterte Sie mit leiser stimme...

Ich grinste und antwortete: "Naja also da war diese Höhle und dieser hässliche sprechende Baum, naja und mein Vater war Holzfäller, also..." "Was faselst du da komm zu Sache!" herrschte sie mich an. "Nicht in dem Ton junges Fräulein, entgegnete ich. Ich kenn noch nichtmal euren Namen und ihr gedenkt mich hier zu richten." Ich konzentrierte mich und stand vollends auf um ihr von Angesicht in die Augen zu sehen, dann sprach ich weiter: "Ich traf diesen Dunkelstamm in einer Kaverne tief unter dem Tal, dort befreite ich ihn dann von seiner jämmerlichen Existenz, und nun MyLady dürfte ich wohl euren Namen erfahren?" Sie zuckte zusammen und sah mich mit einer Mischung aus Misstrauen und verwunderung an.

"Wer ich bin? Nun meine Eltern gaben mir einst den Namen Jane und bis zum heutigen Tage trage ich den Namen meiner Familie und hoffe ihn eines Tages rächen zu können. Und ich werde ihn rächen, all diese feigen Hunde werde ich abschlachten, zuerst nahmen sie mir meinen Bruder, dann töteten sie meinen Vater und verschleppten meine Mutter." Ihre Augen funkelten wütend und sie umklammerte den Bogen. "Mein Name ist Jane, Jane Doe, Tochter von Felkar Doe, Tochter von Alkaria Doe und Nemesis des Tyrannen von Karakum!" Ich blickte sie an und begann zu schluchtzen, dieser Name... Sollte sie es sein... Sollte ich sie gefunden haben...

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