Die Schlacht im Tal

Ich rannte den schmalen felsigen Gang entlang, ich wagte nicht stehen zu bleiben denn hinter mir donnerte und grollte die einstürzende Höhle. Ich weis nicht wie lange ich gerannt war, aber schliesslich erblickte ich am ende des Ganges ein schwaches Licht, meine letzten Kräfte mobilisierend rannte ich darauf zu un warf mich schwungvoll aus der Höhle. In einer vagen Vorahnung ergriff ich im Sprung noch meine Axt und landete in einer knieenden Haltung auf dem weichen Gras vor der Höhle. In dem Augenblick als ich mich vorsichtig aufrichten wollte spürte ich einen feuchten, warmen Odem im Nacken. Dann vernahm ich ein leises knurren...

Ich sprang auf und drehte mich dabei kraftvoll um die eigene Achse, meine Axt bereit zu schlag erblickte ich die gar jämmerlich verunstallte Kreatur. Ein wenig Ähnlichkeit hatte die mit einer in meiner Heimat den Finsterbergen lebenden Wolfspinne, nur war diese hier fast 2 Fuss hoch und hatte 5 Fuss lange Beine welche mit wiederlich braunen Haaren bedeckt waren. Ich sah in die Acht augen des Monstrums und erkannte den furchtbaren Fluch der auf ihm lastete, dies war keine Kreatur des Waldes, vielmehr war es eine mit magischer Energie überflutete und mutierte Bestie, die keines klaren Gedankens fähig war ausser dem Trieb zu töten, zu töten weil es ihre Bestimmung war. Die Bestie spieh mir eine klebrige Masse engegen und ich hatte mühe ihr auszuweichen, dann sprang sie mit der leichtigkeit einer Gazelle auf mich zu und hieb mit ihren spitzen Klauen auf mich ein, ich hieb mit meiner Axt gegen den Körper der Bestie und trennte eines der Beine vom Rumpf, schleimiges grünes Blut spritze aus dem Körper hervor und die Bestie jaulte auf. Aus ihrem Rachen kamen spitze Beisswerkzeuge hervor und ich hatte Mühe den schnellen Hieben auszuweichen. Dann schlug ich mit meiner Axt zu und ich trennte den Kopf der Bestie ab. Der Körper zuckte noch einige male auf aber die Klauen trafen unkontrolliert ins Leere.

Sekunde später brach der Körper zusammen. Ich drehte mich um und sah vor mir den Wald, den Wald in dessen Mitte ich den mystischen See gefunden hatte. Ein Schrei lies mich zusammenfahren, ich blickte gen Himmel und sah Draconis aus den Wolken stürzen und warnende Schreie ausstoßen. Ich sah erneut in Richtung des Waldes und eine Flut brauner, bepelzter Spinnen strömte mir entgegen. Ich atmete tief ein und griff suchend in meine Tasche, ohne langes Zögern schluckte ich den süßlichen Trank hinter und fühlte Augenblicklich seine belebende Wirkung, ich kniete nieder und begann ein Schutzgebet zu sprechen:

Geister des Waldes,
hört mich an,
ich bedarf eurer Hilfe,
eurer Stärke und Kraft.

Geister des Waldes,
steht mir bei,
zu schützen das Leben,
vor dämonischer Macht.

Geister des Waldes,
verleiht meiner Klinge die Macht,
zu zerschmettern den Dämon,
den Dämon der Nacht.

Geister des Waldes,
ich zieh in die Schlacht,
die Schlacht der Dämonen.

Geister des Waldes steht mir bei.

Mit der Spitze meiner Axt zeichnete ich eine Rune um mich herum und in diesem Augenblick erreichte mich auch die erste der riesigen Spinnen, ich hieb auf sie ein, Grünes Blut spritze und vermischte sich auf mit dem Schweiss der mir aus allen Poren schoss. Mit gezielten Schlägen hieb ich auf die Spinnen ein, immer schneller immer Stärker, tief in mir spürte ich die stärke, die stärke der Blutbären die mich einst aufgezogen hatten. Immer Stärker wurde dieses gefühl unbändiger macht, immer schneller, immer präziser meine Hieb. In meiner Rage stiess ich einen gellenden Kampfschrei aus, der von den Nahen bergen zurückgeworfen wurde. Ich atmete tief und schnell, immer wieder trafen die scharfen Krallen meine Haut, meine Robe hing in fetzen herrab und immer mehr der Spinne kamen aus dem nichts. Der Bergwind blies sein kreischendes Lied, während ich die Monstren zu hunderten in ihre finstere Hölle schickte, doch plötzlich wurde es still, kein Geräusch mehr, schwer atmend stand ich da, die Spinnen welche so eben noch auf dem Vormarsch waren, hielten inne dann sah ich es, etwas bewegte sich im Wald, etwas großes, grünes...

Dann rasten plötzlich Blitze zwischen den Bäumen hervor, und die Spinnen vergingen in stinkenden Rauchschwaden. Erschöpft ging ich in die Hocke und stützte mich auf meine Axt, die Belebenden Tränke halfen mir schon lange nicht mehr, zu sehr hatte sich mein Körper an die Kräuter in ihnen gewöhnt. Ich zog eine Flasche klaren Kristallwassers hervor und trank sie aus, während ich das dämonische Schauspiel beobachtete. Erst jetzt sah ich das die Spinnen nicht aus dem Wald sondern aus kleinen Löchern in der Erde hervorströmten, das erklärte auch warum ich in den Tagen zuvor nichts von ihnen bemerkt hatte. Es müssen wohl tausende Spinne gewesen sein die dort aus der Erde hervorbrachen, doch am Rande des Waldes hatten sich ebenfalls mehrer hundert Waldwächter formiert und warfen den Monstren gleissende Blitze entgegen. Doch die Spinnen kamen immer näher an sie heran und es war nur eine Frage der Zeit bis sie den Feuerring durchbrechen würden.

Noch einmal atmete ich tief durch, dann stand ich auf und stürmte auf das Schlachtfeld zu, etwa 300 Fuss trennten mich von den Waldwächtern, 300 Fuss und wenigstens zehntausdend 8 Fuss große Monsterspinnen. Doch etwas in mir verlieh mir Mut und Kraft ich erreichte die Spinnen und gegann mir mit meiner Axt einen Weg durch die pelzige zappelnde Masse zu bahnen. Ich weis nicht wieviele der Spinnen ich erschlug ich merkte nur wie es wärmer wurde und dann sah ich das ich die kämpfenden Waldwächter erreicht hatte, die ersten Spinne waren bereits dabei ihre Netze um die im Nahkampf wehrlosen Bäume zu spinnen, ich stürmte weiter und durchtrennte die Spinnfäden und erschlug die durchgebrochenen Monstren. Ein zustimmendes und irgentwie erleichtertes Rascheln ging durch die Bäume. Doch spürte ich das die Kraft der Bäume nachlies. Einige der Waldwächter zogen sich schwerfällig in die hinteren Reihen zurück, die Blätter dieser armen Kreaturen hatten sich bereits gelb verfärbt und hingen schlaff herunter. Ich lief auf sie zu und benetze sie mit einigen Tropfen einer Magischen Tinktur aus Ginkowurzeln und Kristallwasser. Ich spürte wie die Bäume dankbar mit den Blättern raschelten und dann erschöpft einschliefen.

Ich stürmte wieder an die Front und schlug etwa drei Dutzend durchgebrochende Spinnen zurück, welche gerade eben im Begriff waren einen der Waldwächter in ihr dämonisches Netz zu verstricken. Doch es waren zu viele Spinnen, ich wusste, wenn nicht ein wunder geschah würden sie die Stellung der Bäume und sicher auch den Wald überrennen und ihn für immer in eine toten grauen Wald verwandeln, einer Falle für all die arglosen Wanderer die ihn durchquerten...

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