Die Kindheit des Reapers

Vor 37 Jahren wurde ich in einer fernen Welt namen Taldir gebohren, als Sohn einer armen Holzfäller Familie welche in den Finsterbergen am Rande der Stadt Karakum lebte. Trotz ihrer Armut liebten meine Eltern mich und meine Schwester Jane wie es wohl nur wenige Eltern tuen, sie arbeiteten immerfort und im eigentlichen mangelte es uns an nichts, wir hatten genug zu essen und ein Dach über dem Kopf. Die Stadt Karakum und das umgebende Land wurde von einem furchtbaren Tyrannen beherrscht, dieser lies die Wälder verbrennen und die Tiere des Waldes zu tausenden abschlachten, als nur noch in versteckten teilen seines REiches Tiere gab, wendete er sich mit all seiner Grausamkeit den Menschen zu, eines Tages erlies er aus einer Laune herraus den Befehl alle erstgebohrenen Jünglinge im Alter von 4 Jahren an den Zinnen der Feste von Karakum anzupfählen. Unglücklicherweise war ich der jüngere Sohn der Familie und noch viel unglücklicherweise auch 4 Jahre alt. Mein Vater der es nicht mit ansehen wollte wie sein Sohn an den Zinnen der Stadt von den Vögeln gefressen wurde beschloß mich nahe der Grenze an der Handelsstrasse zur nächsten Hafenstadt auszusetzten, in der hoffnung das mich ein vorbeikommender Handelsmann mitnähme...

Nun es kam nicht ganz wie er es sich dachte, denn als ich im Wald umherirrte ertönte plötzlich ein furchtbares Schreien. Ich erschauderte und blickte Ängstlich um mich, aus Geschichten der Barden hatte ich von den riesigen Blutbären gehört die tief in den Bergen umherstreiften. Man erzählte sich das eben diese Blutbären die Rache der Natur gegen die Frevel des Tyrannen von Karakum seien. Ihre Schreie so sagte man könnten selbst die dicksten Mauern zertrümmern und kein Mensch habe jemals von einer Begegnung mit diesen Kreaturen berichten können. Ihr einziges Ziel war es die Menschen von Karakum zu vernichten und die Frevel an der Natur zu rächen....

Und wieder ertönte dieser Markerschaudernde Schrei, ich drehte mich um und wollte weglaufen, doch vor mir richtete sich eine Kreatur auf, ihr Körper war mit einem Fell bedeckt das im tiefsten Schwarz schimmerte das sich ein Mensch nur vorstellen kann, die riesigen Augen glühten in eine tiefen dunklen rot und ich spürte die Macht dieser Kreatur, doch sie griff mich nicht an, wobei ich ihr ohne waffen und in meinem Alter von nur 4 Jahren wohl kaum gefährlich werden konnte. Plötzlich spürte ich von hinten einen feurigen Atem und wurde sanft nach oben gehoben. Vorsichtig wie eine Mutter ein Neugebohrenes wurde ich davongetragen. Ich weis nicht wie lange die Reise dauerte, aber als ich erwachte fand ich mich in einer hell erleuchteten Höhle wieder. Erleuchtet von schwirrenden Irrlichtern und magisch Glühenden Steinen. Ich sah mich um und überall waren sie diesen riesigen Kreaturen, fast 5 Meter hoch und alle mit einem tiefschwarzem Pelz und glühend roten Augen. Doch sie waren so friedlich, nicht brutal oder blutrünstig wie die Barden in ihren Liedern sangen...

So wuchs ich auf in der Mitte von riesigen Monstern, Meterhoch und tonnenschwer waren sie, meine Spielgefährten die jungen Blutbären hatten im Gegensatz zu den eltern ein strahlend weisses Fell und Smaragdgrüne Augen. Doch auch sie waren schon bei ihrer Geburt fast 400 Pfund schwer und fast 2 Meter groß, so das ich es manchmal schwer hatte mich gegen diese Kolosse durchzusetzten. Nicht zuletzt meiner Kindheit bei den Bären verdanke ich es das ich mein Lebenlang auf das Training meiner Stärke geachtet habe...

Als ich etwa 17 Jahre alt war begann etwas vorzugehen, die Bären begannen mehr als sonst miteinander zu raufen, einzelne Gruppen verliessen die Höhlen und kehrten erst nach Tagen zurück, und dann geschah es, zur Mittsommernacht begaben sich alle ausgewachsenen männlichen Bären zur Spitze des Finsterberges und stimmten ein furchterregendes Geheul an, das mit sicherheit noch in der viele Meilen weit entfernten Stadt Karakum zu hören war. Oft hatte ich dieses Heulen gehört wenn Gruppen junger Blutbären, kurz nachdem sie ihr schwarzes Fell bekommen hatten, zum ersten Mal auf die Jagd gingen. Doch diesmal spürte ich war es etwas anderes. Dann begannen sie zu laufen, in Richtung Westen, der Richtung in die schon seit Monaten Gruppen von Bären entschwunden waren, ich hatte Mühe mit den Kollossen Schritt zu halten, doch nach fast 3 Stunden des ununterbrochenen laufens sah ich im Tal die Stadt Karakum... Die Menschen vor der Stadt flüchteten hinter die Meterdicken Mauern und auf den Zinnen sah man die Bogenschützen erschaudern als plötzlich aus den Reihen der Blutbären ein einzelner hervorbrach. Ein Gigant unter Giganten mit Grauem Fell, fast doppelt so groß wie die meisten anderen, begleitet von 7 anderen Giganten mit von Blut gefärbtem Fell stürmten sie brüllend an der Spitze der Armee der Blutbären auf die Stadt Karakum zu. Ein Pfeilhagel nach dem anderen prallte an der harten Haut meiner Gefährten ab, ich selbst stand auf dem Hügel vor der Stadt und sah wie die uneinnehmbaren Mauern der Stadt unter dem ansturm der Tonnenschweren Kollosse zusammen brachen, ich sah wie Ritter in strahlender Rüstung zerschmettert wurden und ich sah wie die einst blühende Stadt in Trümmern versank...

Als die Schlacht vorbei war lebte in der Stadt kein einziger Mensch mehr, viele der Blutbären waren gestorben, ich wusste nicht ob meine Eltern meine Schwester noch gelebt hatte und ob sie in der Stadt waren, doch ich wusste dies war nur der Anfang meiner Geschichte...

(C) Reaper

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