Die Jugend des Reapers

Karakum war vergangen, der Wald würde sich bald wieder über das Feld aus Trümmern ausbreiten, würde wieder besitz von dem ergreifen das ihm die Menschen einst genommen hatten. Doch was war mit den Bären, was würde aus ihnen werden, würden sie weiterziehen und eine Stadt nach der anderen zerschlagen, oder würden sie in die Berge zurückkehren um dort als Teil einer Legende weiterzu existieren. Ich wurde jäh aus meinen Gedanken gerissen als mich einer der Bären mit seinen Zähnen anhob und forttrug, wie einstmals als sie mich im Wald fanden, einsam, hilflos ohne Ziel.

Ich sah mich um und eine kleine Gruppe von Bären eskortierte meinen Träger, dann begannen sie schneller und schneller zu traben, doch es ging nicht gen Osten, nicht in die Berge sondern weiter nach Westen, in Richtung der Hafenstadt Berenga. Zuerst dachte ich das die Bären auch diese Stadt niedermachen wollten, doch ich erkannte schnell das es nur eine kleine Gruppe war die sich auf schützend um meinen Träger formiert hatte. Nach zwei Tagen ununterbrochenem Marsches erreichten wir eine einsame Hütte mitten im Finsterwald. Mein Träger setzt mich sanft auf den Boden und schubste mich behutsam auf die Tür zu. Ich drehte mich um und sah in diese großen roten Augen. Sie waren erfüllt von großer Trauer und plötzklich lief eine Träne aus ihnen und tropfte auf den Boden hinab. Dann drehten sich meine Begleiter um und entschwanden im Wald.

Ich setzte mich nieder und sann über die letzten Tage nach, über mein Leben, zum zweiten mal war ich allein, hilflos. Nackt kauerte ich auf dem Boden, ich war so in meine Gedanken vertieft, so das ich nichteinmal die Gestallt bemerkte die aus dem halbdunkel trat. Als er mich ansprach, sprang ich erschrocken auf und wäre im fast an die Kehle gesprungen, doch mit einem gezielten Schlage seines Stabes schleuderte er mich zu boden. Ich sah vor mir eine große schlanke Gestallt, gehüllt in eine dunkle Grüne Robe, verziert mit mystischen Runen seine Augen funkelten wie Sterne unter der Kapuze hervor. Erneut sprach er mich an, die Worte klangen seltsam vertraut, auch verstand ich ihren Inhalt. Ein drittes Mal fragte er: "Wer seid ihr das ihr es euch erlaubt mich in meinem Wald anzugreifen ? Sprecht oder ich werde euch eurer Bestimmung einen Schritt näherbringen !" Mit Mühe brachte ich die Worte: "Nein, g... gnade" hervor. Er legte seinen Kopf leicht zu Seite und sah mich verwundert an. Dann sagte er: "Ich sehe einen Menschen vor mir, doch ihr seht aus wie ein wildes Tier, ungewöhnlich kräftig für euer alter, schmutzig und eure Sprache ist die eines Knaben... Kommt in mein Haus, ich will euch nichts böses."

Von einem plötzlichen Vertrauen beseelt folgte ich dem Mann und betrat die Hütte. Sie war klein und bescheiden, an der Wand befand sich eine Lagerstätte aus Moos und Blättern, ein aus losen Steinen gemauerter Kamin an der anderen erleuchtete mit seinem Feuer den sonst dunklen Raum. Über dem Kamin sah ich die Zeichen des Fervus, dem Gott des Waldes und der Natur. Einem längst vergangenen und toten Gott, wie ich später erfahren sollte. Zum ersten Mal seit Jahren schlief ich an diesem Abend vor einem wärmenden Feuer ein. Am folgenden Tag wurde ich von einem furchteregenden Grollen aufgeweckt, die Erde bebte. Ich rannte vor das Haus und sah nur noch wie im Osten die Finsterberge im Nichts versanken, eine riesige Staubwolke stieg auf wo einst das Königreich Karakum gewesen war. Auch der alte Mann stand vor seiner Hütte und starrte gebannt gen Osten... Er murmelte etwas das klang wie, die Prophezeihung wird war, mögen uns die Geister des Waldes schützen, als er meiner Gewahr wurde drehte er sich um und fragte mich: "Ihr kommt von sort, nicht wahr?" Ich nickte ängstlich...

Der Alte nahm mich in seiner Hütte auf und lehrte mich in den nächsten Jahren, die Sprache der Menschen, meine Wunden zu heilen und meine ungezügelte Kraft zu bündeln und mich mit einer Axt zur Wehr zu setzen. Er lehrte mich die Sprache der Tiere, das lesen von Spuren und er lehrte mich mich von den Siedlungen der Menschen fernzuhalten. Ich fühlte mich wohl im Wald und war ein gelehriger Schüler... Doch eines Tages begannen die Beben, der Boden wurde von gewaltigen stössen erschüttern, Bäume stürzten um und Tier flüchteten ängstlich aus dem Wald. Der Himmel hatte eine tiefrote Farbe angenommen und von Ferne hörte ich das Meer gegen die Felsen schlagen. Mein Lehrmeister rief mich am Abend als sich die Beben gelegt hatten zu sich.

"Mein Sohn, es ist nun an der Zeit das du diese verfluchte Insel verlässt", ich wollte etwas sagen doch er lies mich nicht zu Wort kommen,"Diese Insel liegt seid langem unter einem Fluch, dem Fluch des Fervus. Es steht geschrieben das die Menschen dieser Insel solch furchtbare Verbrechen gegen die Natur begingen das Fervus selbst an der Spitze seiner Seraphim aufbrach um die Menschen vom Angesicht der Insel zu tilgen. Nach einer Wochen währenden Schlacht forderte der Führer der Menschlichen Armeen, ein gewisser Lord Trusk Fervus selbst zum Duell auf Leben und Tod. In seiner Vermessenheit und dem Glauben an seine Göttliche Macht trat Fervus zu diesem Duell an und wurde schwer verwundet. Im Sterben sprach er einen furchtbaren Fluch über die Insel aus! Er prophezeite den Untergang eines Königreiches durch die Klauen der Schwarzen Bestien, als auch das die ganze Insel im Meer versinken würde und nur ein einziger, einer der von den Bestien aufgezogen worden seie den Untergang überleben würde, verdammt ewig zu leben und der Natur zu dienen in einer weit entfernten Welt... Mein Sohn ich habe dir lange Zeit verschwiegen wer ich wirklich bin..", er lies seinen Umhang fallen und entfaltet ein paar mächtige tiefgrün leuchtende Schwingen, er richtete sich vollends auf und sprach weiter, "Mein wahrer Name ist M'arsh Tolkan, der letzte Seraphim des Fervus, doch nach seinem Tode schwor ich im im Angesicht der Natur ab und schwor von nunan allein der Natur zu dienen, meine Brüder wurden allesamt von den Energien des im sterben liegenden Fervus verschlungen, nur ich überlebte die Jahrtausende um die Prophezeihung zu erfüllen! Mein Sohn ich glaube ihr seid der Auserwählte. Ich werde euch nun auf eine Reise schicken, ihr werdet in ein fernes Land kommen, dient der Natur und erfüllt euer Schicksaal, sonst war mein Wachen umsonst." Er erhob sein Schwert undberührte zuerst meine Schultern und holte dann aus als wolle er meine Schädel spalten, ich wollte mich ducken doch eine mystische Kraft hielt mich zurück, während er ausholte sprach er: "Von nun an sei euere Name Tha Reaper of the woods, der Rächer des Waldes". Als mich sein Schlag traf schwanden meine Sinne und als ich erwachte fand ich mich in einem Tempel wieder, schon bald erfuhr ich das ich auf einer Insel nahmens Arakas gelandet war, nur einige wenige Dinge trug ich bei mir und zog los meine Bestimmung zu erfüllen... Als ich den Tempel verlies hörte ich eine Stimme aus weiter ferne sagen: "fürchtet euch nicht, die Geister des Waldes werden euch schützen, hütet euch vor den Götzen und sucht nach dem Hort des Stahls !!!"

(C) Reaper

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