Die Höhle des Vergessens

Ich ging festen Schrittes den Gan entlang und fand auch wenig später eine Tür die weiter nach innen führte. Die Tür lies sich verhältnissmäßig einfach öffen. Ich schritt durch die Tür und mein Atem stockte, denn vor mir lag eine riesige Höhle, überall wuchsen Bäume, Sträucher, Vögel glitten unter der Felsigen Decke entlang. Alles war von einem bunten vielfältigen Leben erfüllt. Für einen Augenblick lang war ich versucht mich in das weiche Moos fallen zu lassen, doch dann spürte ich etwas. Eine unwirkliche, dämonische Aura umgab all das hier. Ich blickte mich um und die Tür durch die ich gekommen war, hatte sich in nichts aufgelöst. Auch hinter mir wo ohne Zweifel eine Wand seien musste erstreckte sich eine grüne saftige Wiese. Ganz genau wie in meiner Heimat, den Finsterbergen, wo ich einst von den mächtigen Blutbären aufgezogen wurde. Argwöhnisch sah ich mich um, obwohl ich nichts gefährliches erblicken konnte spürte ich eine bedrohliche Präsenz in dieser Höhle.

Nichtsdestotrotz trat ich den Marsch durch den Höhlenwald an. Nach etwa zehn Minuten Marsch begann es, das Licht veränderte sich. Ein leises Grollen erscholl, dann sah ich es vor mir, in einer kleinen Mulde sah ich eine Burg, bunte Banner wehten auf den Zinnen. Sanft stiegen Rauchwölkchen aus den Schornsteinen auf die sich aussen an die Mauern schmiegten. Plötzlich spürte ich wieder ein brennen in meiner Schulter. Ich zuckte zusammen, es war als würde jemand mit einer glühenden Nadel in die offene Wunde stechen. Der Schmerz wurde größer und größer, dann sackte ich zusammen, meine Beine versagten ihren Dienst, ich stützte mich mit letzter Kraft an einem nahen Felsbrocken ab und blickte zur Stadt, eine finstere Wolke hatte sich über dieser Zusammengeballt, unwirkliche Blitze zuckten auf die Häuser hernieder, kleine Wesen stürmten aus ihren Behausungen. Ich kniff die Augen zusammen und erkannte das es Zwerge waren die aus der Stadt flüchteten. Eine Ohrenbetäubende Explosion erschütterte das Zentrum der Stadt und wo eben noch der Burgfried stand richtete sich ein mächtiger Dämon auf. Ich erschauderte bei dem Anblick dieser riesigen Feuerspeienden Kreatur. Welch finstere mächte hatten ihn herbei gerufen, warum kämpfte er gegen diese Zwerge. Hilflos musste ich mit ansehen wie die Mauern der Stadt dem Dämon und seiner nicht minder dämonischen Gefolgschaft zum Opfer vielen. Tausende von winzigen mörderischen Dämonen stürmten aus der Stadt und verfolgten die flüchtenden Bewohner.

Ich bäumte mich gegen den Schmerz in meiner Schulter auf und es gelang mir mich wieder aufzurichten. Ich umklammerte den Schaft meiner Axt, dann begann ich zu rennen, ich rannte nicht in den schützenden Wald sondern voller Hass und Wut auf die Dämonen zu die hilflose Wesen dahinschlachteten. Ich erreichte eine Gruppe von Dämonen die soeben ihr Blutiges Werk vollendet hatten und hieb mit meiner stählernen Axt auf dies Kreaturen ein, in diesem Augenblick ertönte ein furchteinflößendes und hämisches Lachen, die Stadt, der Wald und alles um mich herrum verschwanden, die Dämonen lösten sich in Luft auf, ebenso wie sie auch gekommen waren. Ich blickte mich um und dort wo eben noch der riesenhafte Dämon gewütet hatte stand ein knorriger alter Baum. Kein mit dem Boden verwachsener freilich, es war einer der Dämonenbäume, das spürte ich, einer derer die ihren Verstand an einen furchtbaren Flucht verloren hatten. Ich blickte die Kreatur hasserfüllt an. Wissend das sie mächtiger Illusionen Herr war, weit mächtiger noch als die Illusionisten unter den Magiern Altheas. "Wer bist du?" rief ich zu dem Dämonenbaum herrüber. Ein Grollen erfüllte den Raum: "Mein Name ist Lichtblatt, oder besser Dunkelstamm wie man mich heute nennt. Und ihr mächtiger Auserwählter des Waldes, werdet hier und heute sterben" Wieder ertönte das hämische Lachen. Die Augen des Baumes glühten in einem tiefen rot auf und hinter ihm stürmte ein ganzes Rudel Wölfe hervor.

Ich lächelte und zog mit einer Axt einen Kreis in den Staub um mich herrum, ich kniete nieder und hob eine Handvoll des Staubes aus dem Kreis auf. "Geister der Erde ich rufe euch an, gebt mir die Kraft der Illusion zu wiederstehen." Inzwischen hatten mich die Wölfe umringt und Zähnefletschend und laut knurrenden kamen sie Schritt für Schritt auf mich zu. Ich schloss meine Augen und konzentrierte mich. Leise murmelte ich eine uralte Schutzformel und öffnete die Augen. Die Wölfe waren erschwunden statt dessen umkreiste mich eine Schar bunter Schmetterlinge. Ich lachte und sprach: "Ein Fluch mag den Geist eines Wesens zu beeinflussen, doch das Herz und die Seele bleiben der Magie versagt, allein der Glaube kann das Herz einer Kreatur zerschmettern" Der Dämonenbaum kreischte laut auf und sendete mir eine Reihe von Magischen Blitzen entgegen, ich riss meine Axt nach oben und fing die Blitze ab bevor sie meinen Körper verbrennen konnten. Langsam machte ich einen Schritt auf den Dämonenbaum zu, meine Schulter brannte stärker denn je, doch die Macht der Schutzzauber verhinderte das ich ohnmächtig wurde. Meine Robe begann in einem tiefen Smaragdgrün zu leuchten, ich spürte wie sich die Energie in meiner Axt fokusierte. Der sonst so tiefschwarze Stahl glühte dämonisch auf, und ich spürte die Mächtige Hitze die in ihr entstand. Zielstrebig ging ich auf den Dämonenbaum zu, dieser sendete mir Wellen von Blitzen entgegen, doch die sich aufbauende Aura um meinen Körper leitete die Blitze in die weiten der Höhle ab.

"Kreatur des Waldes, und eine solche bist du, verflucht und dämonisch ist dein Geist, doch deine Seele ist rein, rein wie das Wasser eines Sees, klar wie der Himmel einer kalten Winternacht. Dämon der Finsterniss gib sie frei und vergehe im Feuer des Waldes!" Ich sprach diese Worte und hieb mit meiner glühenden Axt auf Dunkelstamm ein. Mit sicheren Zügen trennte ich den Stamme entzwei. Ein Mächtiger Schrei hallte in der Höhle wieder. Blitzer umzuckten denzwerschmetterten Leib des Dämonenbaums, aus dessen tiefe stieg eine kleine Leuchtende Wolke auf die sich zu einem stämmigen, kleinwüchsigen humanoiden Leib formte. Ich blickte zwei Stahlblaue Augen und mit kräftiger Stimme sprach es: "Habt dank, seid 3 Jahrtausenden war ich gefangen im Leib dieses verfluchten Baumes gefangen." Das Wesen schüttelte seinen Mächtigen Bart und sprach weiter "Bei Drakort ihr seid ein wahrer Krieger, ich hoffe doch ihr dient nicht einem dieser nichtsnutzigen Götzen der Menschen, oder noch schlimmer seid ihr etwa einer dieser neunmalklugen Helden die überall ihre Nase herreinstecken?" Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen, vor mir stand leibhaftig ein gerade 5 Fuss hoher Zwerg der sich ganz furchtbar über die menschlichen Helden und deren Götter ausschüttet. Sanft schlug ich ihm auf die Schultern und er hielt in seiner Rede inne und sah mich an: "Was in sieben Steines Namen denkt ihr das ihr seid, mir einen Klaps zu versetzten? Keiner ausser den Brüdern meines Clans hat auch nur das Recht mich zu berühren!" Der kleine stampfte fest auf und riss einen mächtigen Zweihänder aus dem schaft an seinem Gürtel. Erschrocken sprang ich einen Schritt zurück und der Zwerg hieb tatsächlich auf mich ein, noch ehe ich meine Axt zur Parade hochreissen konnte landete der Zwerg hinter mir auf allen vieren und schüttelte sich Protestierend: "Was ist denn das für ein Hexenwerk, niemand wiedersteht meiner Klinge, wieder stürmte der kleine auf mich zu, diesmal war ich schneller und voller schreck stellte ich fest das die Klinge die eben noch durch meinen Körper geglitten war ohne mich zu verwunden gegen meine Axt prallte. Funken sprühten und der Zwerg hohlte erneut aus, auch diesen Schlag konnte ich parieren, wenn auch nur mit Mühe. "Eine starke Klinge Fremder" der Zwerg blieb stehen und lachte, doch erklärt mir welch Hexerei schützte euch vor meinem ersten Hieb?"

Ich sah den Zwerg an und fragte: "Wer seid ihr, wie ist euer Name?". Der Zwerg lachte wieder und antwortete: "Ich, wer ich bin... Ihr seid lustig, ich bin Magnus, Magnus der Rote, Bewahrer des Stahls, Hüter der Feste, ergebener Diener des Clans." "Von welchem Clan sprecht ihr mein Freund". "Sag mal du Neunmalklug seh ich etwa aus wie ein Wörtebuch?", entgegnete der kleine...

Ich spürtewieder das brennen in der Schulter, die Macht der Schutzformeln lies wohl nach, ich schrie vor Schmerz der mich plötzlich übermannte und Magnus sah mich verdutzt an: "Wasn nu los Jungchen, hat dir etwa einer ein löchlein in den Mantel gebrannt? Lass mal Magnus schauen was dir das so zu schaffen macht!" Er kam auf mich zu und ich lies ihn die Verbände abnehmen. Als er die Wunde ansah, schrie er überrascht auf: "Bei den Toren der Hölle..."

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