Der See im Tal
Ich marschierte Tagelang durch die unwirtlichen Berge, ohne eine Menschenseele zu treffen. Ich pirschte über Steinige Pfade die ganz sicher nicht von Menschen geschaffen wurden sondern vielmehr von sehr großen Tieren. Am vierten Abend meiner Wanderung setzte ich mich in einer kleinen Höhle zur Rast, in der Nähe lagen einige Alte umgestützte Bäume und ich konnte mir ein warmes Feuerschen entzünden, so saß ich am Feuer und sann über meine Aufgabe nach, ich träumte vor mich hin und als ich wieder aus meinen Gedanken erwachte hatte sich Draconis mein treuer Gefährte neben mir auf einem kleinen Felsen niedergesetzt und voller Freude sah ich das er einen großen Brocken Fleisch mitgebracht hatte. Ich sah ihn an und er stupste den Fleischbrocken mit seinem Schnabel ein Stück weiter in meine Richtung, ich nahm das Fleisch und schnitt ein Stück mit meinem Dolch ab und hielt es ins Feuer. Dannach trennte ich ein weiteres Stück ab und hielt es Draconis hin, welcher es sogleich dankend verschlang und ein leises wohliges Krächzen ausstieß. An diesem Abend schlief ich satt und gewärm neben dem glimmenden Feuer ein.
Doch in der Nacht quälten mich furchtbare Alpträume, ich wurde von verzerrten Dämonischen Kreaturen gejagt und nirgens fand ich Deckung vor ihren geifernden Klauen. Als ich am Morgen shweissgebadet erwachte, hämmerte ein Name in meinem Kopf. Immer und immer wieder hörte ich in meinem inneren eine Stimme den Namen Graublatt rufen. Ich sah mich um und fand Draconis noch schlafend auf seinem Felsen sitzen. Ich beschloß also erst einmal die nähere Umgebung zu erkunden und dann zur Höhle zurückzukehren.
Ich verlies die Höhle durch den schmalen eingang im Osten, durch welchen bereits die morgentlichen Sonnenstrahlen brachen. Als ich die Höhle verliess erkannte ich das ich mich auf einem kleinen Felsvorsprung über einem großen Tal befand. Ich hatte dies wohl im Dunkel des Abends nicht erkannt. Ich blickte voller Freude in das tal hinein, denn im gegensatz zu den tristen Geröll Tälern durch die in den letzten 4 Tagen marschiert war erstreckte sich vor mir eine saftige, grüne Waldlandschaft. Ich erspähte in der ferne eine Gruppe Antilopen, die unbeschwert auf einer grünen Wiese weideten. Ich lächelte und konnte mir gut vorstellen wo mein gefährte das Fleisch gerissen hatte. Ich kehrte also um und betrat wieder die schummrige Höhle, das Feuer des vorabends war nahezu erloschen und nur ein paar wenige Stücken glühten noch leicht auf wenn ein Windhauch darüber strich. Auch mein gefiederter Freund war erwach und sah mich erwartungvoll an. Ich setzte mich nieder und verzeerte eines der Fleischstücken die ich am Vorabend zum trocknen über dem feuer aufgehängt hatte und stellte erfreut fest das die wärme des feuers ausgereicht hatte das Wasser aus dem Fleisch zu vertreiben. Ich packte die restlichen Stücken zusammen in meine Tasche und sah Drakonis an... "Sag mein gefiederter Begleiter, kennst du eine Kreatur die sich Graublatt nennt ?" Drakonis zuckte sichlich zusammen und nickte ängstlich mit dem Kopf. Ich sah in die Angsterfüllten Augen des stolzen Adlers und erkannte das es wohl ein mächtiger Dämon seien musste wenn er sogar meinem sonst so furchtlosen Freund angst einjagdte. Ich beschloss ihn fürs erste nicht nach dem Weg zu fragen sondern das Tal zu erforschen das so still und friedlich vor uns lag.
Ich schritt langsam den Steinigen Pfad hinab der ins Tal führte, unten angelangt marschierte ich in Richtung des Waldes, wo ich von oben herrab ein merkwürdiges Glitzen bemerkt hatte. Ich dachte mir fast das es ein See seien würde aber dennoch war etwas mystisches in dem Glühen gewesen. Langsam schritt ich durch den Wald, darauf achtend möglichst wenig Schaden an den kleinen Bäumen und pflanzen anzurichten die dort unten wuchsen. Ebenso wie es mich mein Meister einst gelehrt hatte. Jedoch stellte ich verwundert fest das nirgens der Gesang von Vögeln zu hören war und auch sonst weder kleine Mäuse noch andere Waldtiere zu erspähen waren. Ich verdrängt den Gedanken fürs erste, sicher gab es einen triftigen Grund dafür, schließlich war ich sicher der erste mensch der das Tal seit Jahren betrat und sie hatten sich nur versteckt. Ich schritt weiter durch den Wald und erreichte bald einen großen See, das wasser war kristall klar und dennoch konnte man den Boden des Sees nicht erkennen. Doch dann sah ich es in der Mitte des Sees, etwa 10 Fuss unter der Oberfläche sah ich dunkel die Spitze eines Turmes. Wie kam wohl ein Turm mitten in diesen See, dachte ich mir und wo eine Turmspitze ist ist auch ein Turm nicht weit. Ich legte also meine Robe ab und versteckte sie im Nahen Dickicht, ich sprang beherzt in das scheinbar kalte wasser und stellte fest das es angenehm Warm war, ich schwamm also bis zur mitte des Sees und holte einige Male tief Luft und tauchte dann nach unten. Ich stiess mich mit Kräftigen Bewegungen fast senkrecht nach unten und bald erblickte ich im Dunkel der Tiefe ein seltsames magisches Glühen. Als mich meine Kräfte sich dem Ende zuneigten sah ich am Grunde des sees eine riesige Magische Kuppel aus deren Mitte der Turm den ich gesehen hatte emporragte. Auch erkannte ich bevor mich die Atemnot zum Auftauchen zwang ein kleines Portal am Grunde des Sees welchen in die Kuppel zu führen schien, ich tauchte wieder auf und holte ersteinmal tief Luft, sicher war ich fast 5 Minuten dort unten gewesen, mit letzter Kraft schwamm ich zum Ufer und blieb dort erschöpft auf dem Rücken liegen, als ich einmal Kurz die Augen öffnete erblickte ich hoch oben am Himmel Drakonis, der seine Kreise vor der strahlenden Sonne zog. Ich lächelte und musste an das seltsame Medallion denken das Drakonis trug, die Schwarze sonne und der leuchtende Mond, sicher war dies ein zeichen, aber wofür fragte ich mich.
Am Abend zog ich mich auf einen großen Baum zurück und schlief müde und immer noch erschöpft von den strapazen der vergangenen Tage ein. Drakonis hatte es sich ebenfalls auf einen Ast über mir gemütlich gemacht. Ich schlief tief und fest in dieser Nacht, das leise Rauschen der Blätter hatte mich schnell einschlafen lassen. Am nächsten Morgen sammelt ich im Wald einen Beutel voller Beeren und fand auch einige wertvolle Wurzeln und Kräuter die ich wären ich aas zu Heiltinkturen verarbeite. Ich weis nicht warum ich dies tat, aber eine innere Stimme sagte mir das ich sie bitter nötig haben würde. Zur Mittagstunde dann ging ich wieder zum See hinunter und verstaute meine Robe in meiner Tasche, welche so müsst ihr wissen aus dem Leder eines Wasserdämons gefertigt war und ihr Inhalt somit vor feuchtigkeit und allerlei Magischen einflüssen geschützt war. Ich kniete am Ufer des Sees nieder und begann tief und rhytmisch einzuatmen, dabei konzentrierte ich mich fest auf den bevorstehenden langen Tauchgang und murmelte eine reihe von Stärkenden Formeln. Nach etwa zehn minuten stand ich bedächtig auf und befestigte meine Tasche an meinem Gürtel und stieg ins wasser.
Ich schwamm diesmal nicht erst zur Mitte des Sees sondern legte den Weg in Richtung des Unterwasserportals, tauchend zurück. Nach einigen langen Minuten erreichte ich das steinerne Portal und sah eine gelblich glühende flirrende Lichtmauer vor mir, umgeben von einem Steinernen Tor, welches Zweifels ohne einsmals zu einer Oberirdischen Festung gehört hatte. Zögernd berührte ich die flirrende Wand vor mir und stellte fest das meine Hand ohne weiters durch sie hindurchging, ich stiess mich also noch einmal ab und landete unsanft auf meinem Bauch als ich die Lichtwand durchbrach und mich plötzlich statt im Wasser auf hartem Felsgestein wiederfand. Ich blickte mich um und stellte fest das die Magische Kuppel in wirklichkeit eine riesige Luftblase war die eine ganze uralte Stadt umgab. Ich holte meine Robe hervor und kleidete mich wieder an, dann begann ich die Stadt unter dem Wasser zu erforschen.
(C) Reaper
design and programming by bunix







