Der Schlüssel der Ewigkeit

Ich blickte hinab in die Ebene, auf das geschundene, verbrannte Land. Neben mir sah ich die Bären und Wölfe wie sie kampfbereit dastanden und nur auf das Zeichen warteten gegen die Dämonenhorden zu stürmen. Ich atmete tief und schnell, mein Herz schlug kraftvoll gegen meine Brust und ich schloss einen Augenblick meine Augen, doch der abscheuliche Anblick wich nicht von mir. Ein kreischen erfüllte die Luft und eine Fledermaus schoss über meinen Kopf hinweg ich sah nur wie vor mir eine kleine Holzrolle zu Boden viel, ich hob sie auf und öffnete sie. Herraus viel ein Stück Pergament und ich las die eilig hingekritzelten Zeilen.

„Ihr habt keine Chance gegen unsere Armee, gebt auf Waldläufer und ihr werdet eines schnellen Todes sterben. Greift uns an und seht zu wie eure Bestien zu Grunde gehen, ihr selbst werdet langsam und qualvoll vor den Augen eurer Metze sterben dürfen.

Gezeichnet
Prinz Karum von Silberstreif“


Ein kurzes knurren entrann meiner Kehle und ich spürte das an den Worten in diesem Brief etwas wahres wahr, unsere Chancen das verfluchte Land zu überqueren waren mehr als schlecht und noch schlechter waren die Aussichten das Kloster zu erobern. Ich schüttelte leise den Kopf und sah mich verzweifelt in Richtung des Waldes um. „Gebt mir die Kraft!“, flüsterte ich leise. Ein Donnern durchschnitt die Nacht, eiskalter Wind toste durch die Wipfel der Bäume, die Erde begann zu beben, ich kniff die Augen zu und sah wie sich aus dem Dickicht des Waldes einzelne Schatten herrausschälten, von der Küste her erklang das Tosen der Brandung und es schien mit jedem Schlag stärker zu werden. Wieder blickte ich in Richtung des Klosters und am Horizont leuchtete in endlos scheinender Ferne ein Licht. Ich umklammerte den Griff des 'Engelsschlächters' und prüfte ein letztes Mal den Sitz meiner Ausrüstung, die Runen auf meiner Robe funkelten erwartungsvoll.

Ich begann zu rennen und schrie all die Anspannung der letzten Minuten aus mir heraus, der Boden dröhnte unter dem stampfenden Trab der Bären, zwischen ihnen tauchten sie plötzlich auf, mächtige Lebensbäume groß wie tausendjährige Eichen und alt wie die Welt. Um sie herum erstrahlte eine Aura des Lebens, der verbrannte Boden unter ihren Laufwurzeln wurde wie durch Magie wieder grün und bedeckt von weichem Moos, aus ihren Armen schossen tödliche Blitze welche Tod und Verderben unter den dämonischen Wachen säten. Vom Meer her toste ein Orkan über das Land und riss alles mit sich, Staub, Steine, riesige Dämonen. Dann prallten die Armeen aufeinander, die Klauen der Bären gruben sich tief in das Fleisch der Monstren welche das Kloster bewachen sollten. Verzweifelt versuchen sie uns zurück zuschlagen doch waren sie zu überrascht um uns aufzuhalten.

Von den Zinnen des Klosters hagelten die Pfeile auf uns herab, meine Gefährten heulten auf unter den sich in ihre Haut bohrenden Geschossen und stürmten noch wütender gegen die Mauern des Klosters, von den Hängen hinter uns schlugen mächtige Blitze in den alten Stein ein. Ich erreichte das Tor des Klosters und sah wie eine Gruppe von Bären mit einem riesigen Dämon rang, ihn jedoch nicht verletzen konnten. Die scharfen Klauen glitten von der zähen roten Haut des geflügelten Monstrums ab. Ich stellte mich breitbeinig hinter den Riesen und schrie: „Eh, kleiner – leg dich doch mit mir an oder bin ich dir zu klein und unwichtig.“ Ich hatte Mühe angesichts der Größe des Monstrums selbstsicher zu klingen. Das Scheusal drehte sich zu mir um und hieb siegessicher mit seiner Scheunentor großen Axt auf mich ein. Mir schien plötzlich als würde er sich endlos langsam bewegen, die Axt in meiner Hand begann zu vibrieren und ich riss verzweifelt die Klinge hoch um den Schlag abzublocken. Hellrot wie eine Flamme leuchtete sie auf, dann traf sie der Schlag des Dämonen. Ich wurde zu Boden geschleudert und um mich herum schlugen glühende Stahlsplitter ein. Der Dämon strauchelte zurück und glotzte ungläubig auf seine geborstene und zersplitterte Axt. Ich fasste mich wieder und schwang mich, den Schaft meiner Axt wie einen Stab benutzend auf den Rücken des Monsters. „Ich hoffe dein Schöpfer erwartet dich schon!“, fauchte ich ihn an und holte mit der Axt aus. Ich trennte mit einem Hieb seinen Schädel vom Körper ab, ätzendes Blut sprühte aus dem Stumpf wo eben noch der Kopf gesessen hatte, mit einem weiteren Sprung ging ich hinter einem Felsen, vor der tödlichen Suppe die der taumelnde Dämonenkörper verteilte, in Deckung.

Ich atmete schnell doch blieb mir keine Zeit zum ausruhen, rund um mich herum tobte die Schlacht, aus dem inzwischen gebrochenem Tor des Klosters kam wild schreiend und um sich schlagend eine ganze Arme von Seraphim. Voller Blutdurst schlugen sie auf die Bären und Wölfe ein, selbst vor ihren verbündeten Dämonen machten sie keinen Halt. Mein Blick fiel auf das Tor des Klosters welches sich wie ein Drachenmaul vor mir auftat und in mitten des Tobens und Mordens kam mir eine Gestalt entgegen. Er war hoch gewachsen und seine Schwingen strahlten in einem hellen weißen Licht. Doch als ich in seine Augen sah lief es mir schaurig kalt den Rücken herab, aus tiefster schwärze starrte er mich ausdruckslos an, sein Blick schweifte über das Schlachtfeld und mit hohler, ausdrucksloser Stimme sagte er: „Das ist dein Ende.“ Er griff über seinen Kopf und zog ein mächtiges Schwert hervor, ich erkannte sofort das es eine magische Waffe war, Runen waren in den Stahl geschmiedet und der Griff war besetzt mit Juwelen und Diademen. Fast starr vor Angst griff ich ebenfalls nach meiner Waffe und zu meiner verwunderung schien sie plötzlich leicht wie eine Feder zu sein, dann hieb der Seraph auf mich ein. Dem ersten Schlag wich ich noch aus indem ich mich schnell zu Boden duckte, den zweiten parierte ich mit meiner Axt.

Wie ein Hammer auf den Amboss trafen die Klingen einander, Funken sprühten in die schwärze der Nacht hinnaus und ein kreischen durchzog die Luft. Sein Schwert loderte auf und ein gleissendes Lichtwesen bildete sich aus der Klinge heraus, der Seraph starrte auf seine plötzlich leeren Hände und stolperte zurück, doch mir selbst ging es nicht viel anders, meine Axt verging ebenfalls in einer magischen Explosion und an ihrer statt bildete sich eine geisterhafte Kreatur heraus. Die Wesen umrundeten sich gegenseitig und auch ich wich zurück. Erst jetzt bemerkte ich das die Schlacht um mich herum erstorben war, Seraphim und Tiere starrten gleichsam auf das seltsame Schauspiel. Dann begannen die Lichtwesen zu kämpfen, sie hieben auf einander ein und mit jedem Schlag rasten Flammen gen Himmel, mächtige Blitze umgaben das Spektakel, dann plötzlich blieb das Wesen das aus meiner Waffe entstanden war stehen. Schlag um Schlag steckte es ein, meine Augen weiteten sich und ich wollte schreien, denn ich fürchtete es würde sterben. Dann sah ich plötzlich wie es immer heller und intensiver zu leuchen und zu pulsieren begann bis, bis das andere Wesen plötzlich in ihm verschwand, ein blendendes Licht jagte durch die Nacht und der Seraph der mir eben noch übermächtig gegenüber stand brach zusammen, ein grünes leuchten überzog den Boden und die Dämonen lösten sich in wie von selbst in Luft auf.

Die Schlacht war vorüber, doch das Feld war übersät mit Leichen der Bären, zerschundenen und verbrannte Körper. Doch nicht ein Seraph hatte überlebt, leblos und ohne eine erkennbare Wunde lagen sie da. Ich trat auf meinen Gegner zu und berührte sein Gesicht. Erschrocken zog ich meine Hand zurück, der Körper war kälter als das Eis der fernen Gletscher und ich spührte nichts, nicht einmal die Spur einer Seele ruhte noch in dem Körper und so war es auch bei all den anderen, ihre Körper waren nicht gestorben, eine mächtige Magie hatte ihnen ihre Seele entrissen und somit auch ihre körperliche Existenz beendet. Ich blickte zu dem Platz an dem eben noch der unwirkliche Kampf der Geister getobt hatte, am Boden lag meine Axt, ich hob sie auf und spührte wie sie in meine Händen pulsierte. Ich lächelte und wog den Stahl in meiner Hand. Dann eilte ich auf das zerbrochene Klostertor zu.

Die Tore des alten Klosters waren zerschmettert ein weiter Spalt klaffte in dem altehrwürdigen Holz und ich schritt in den Hof. In der Mitte erkannte ich einen großen Brunnen der wohl einst ein wunderbar anzusehendes Wasserspiel gewesen war. Überall auf dem Boden waren die Stumpfe von Eichen zu erkennen die man abgeschlagen hatte und die steinernen Wände waren schwarz von den Höllenfeuern die hier wohl getobt hatten. Dann entdeckte ich eine Reihe von Käfigen und eilte zu ihnen herüber, doch ich kam zu spät...

In jedem der Käfige lag eine geschundene Leiche, die Körper waren entstellt und verkrüppelt, der ganze Boden war tief schwarz gefärbt vom eingetrockneten Blut. Für einen Augenblick schloss ich meine Augen und versuchte nicht an das grausige Schauspiel zu denken das sich hier zweifelsohne abgespielt hatte. Die kurze Stille die mich umfing wurde von einem leisen Stöhnen unterbrochen, ich riss meine Augen auf und durch forschte die endlos scheinende Reihe von Käfigen, vielleicht – so keimte die Hoffnung in mir hatte doch jemand das Massaker überlebt. Ich hieb mit meiner Axt auf die Schlösser ein und untersuchte jede der Leichen. Als mich dann die Hoffnung schon fast wieder verließ und ich enttäuscht und verbittert aufgeben wollte fand ich einen alten schwachen Mönch, sein Gesicht war blutverschmiert und seine Augen wirkten starr und eisig. Ich berührte seinen Arm und er zuckte zusammen: „Bitte Herr, habt Gnade, so schenkt mir den Tod, den Tod mehr will ich gar nicht, Herr bitte ich flehe euch an.“ Ich legte meine Hand beruhigend auf seine Schulter, sein Herz raste und ich konnte seine Angst förmlich Spüren: „Ruhig, mein Freund, es ist vorbei, die Seraphim sind besiegt, die Dämonen die euer Heim zerschlugen und eure Brüder töteten sind gebannt – die Schlacht ist vorüber.“ Als würde er etwas suchen wand er seinen Kopf umher: „Herr wer seid ihr, seid ihr es, seid ihr der Sohn der Bären, seid ihr ihnen entkommen. Die Ewige Flamme sei gepriesen, Herr ihr lebt.“ Ich versuchte ihn zu beruhigen doch er redete unentwegt von der Prophezeihung, der Heiligen Flamme und dem Wunder das ich lebte. Ich versorgte seine Wunden und erst jetzt erkannte ich die Verbrennung seiner Augen, warum auch immer hatte man diesen Mann geblendet, ihm das Licht seiner Augen genommen, ich kann bis heute nicht sagen wieso und warum aber es muss wohl einen Grund gehabt haben der weit jenseits meines Verständnisses liegt. Erst als ich ihm einen beruhigenden Trank einflößte wurden seine Worte klarer und dann plötzlich hielt er inne. „Feleria – habt ihr sie gefunden Herr, habt ihr die Hüterin des Waldes gefunden!“ Seine Stimme zitterte und sein Herz begann wieder zu rasen: „Herr ihr müsst ihn finden, den Herr des Grauens, ihr müsst ihn finden und ihr werdet Feleria finden, schnell Herr die Zeit ist knapp, ihr müsst ihn finden.“, seine Stimme wurde leiser und er wand sich aus meinem Griff: „Herr sucht in der Kapelle, schnell!“, er stieß mich von sich weg und ich nickte stumm, völlig vergessend das die arme Seele es nicht sehen konnte und eilte in Richtung der kuppelförmigen Kapelle am anderen Ende des Klosterhofes.

Ich durchschritt die offene Pforte und befand mich in einem düster erleuchteten Raum, die Fenster waren mit schweren Tüchern verhängt und nur einige dunkle Talglichter erleuchtet. In der Mitte des Raumes stand ein Altar auf dem der Körper einer Frau aufgebahrt lag, ich erkannte Feleria und wollte schon zu ihr eilen, doch eine Stimme ließ meine Schritte stocken. „Die Schlacht ist also vorüber, gut gemacht mein kleiner Rächer, ihr habt genau das vollbracht was ich mir erhoffte.“, ein finsteres dämonisches Lachen erfüllte den Raum, „und nun mein werter Rächer werdet Zeuge der endlosen Macht, werdet Zeuge wie mich das Ritual unsterblich macht!“ In der Finsternis hinter dem Altar sah ich das kurze auf blitzen eines Dolches, wie vom Schreck gelähmt spührte ich wie sich der Dolch in Felerias Brust bohrte, mit einem Schrei der Verzweiflung griff ich nach meiner Axt und wollte gegen den unbekannten Fremden stürzen, doch ein mächtiger Zauber hielt mich fest. So musste ich mit ansehen wie eine leuchtende Kugel aus der Wunde in Felerias Brust aufstieg und zwei finstere Klauen sich um sie zu schliessen schienen. „Endlich habe ich das letzte Teil, das letzte Teil des Schlüssels. Ihr wart zu langsam Rächer, jetzt ist er mein, der Schlüssel der ewigen Feste!“ Die Klauen hatten sich schon fast vollends um die Kugel geschlossen die hell und feurig pulsierte, mit aller Macht kämpfte ich gegen den Zauber an bis ich plötzlich erkannte das der Zauber nur meinen Körper lähmte, meine Sinne und mein Geist waren immer noch frei. So lies ich von dem Besstreben ab mich auf den unsichtbaren Fremden zu stürzen und fiel auf meine Knie herrab, wieder einmal flehte ich die Geister des Waldes um Hilfe an, um Hilfe in dieser finsteren Stunde der Not.

Das eben noch leise tosen der See wurde lauter und der Sturm heulte um die Kuppel der Kapelle herum, lauter und lauter schien es zu werden, die Umklammerung der Klaue schien sich zu lockern und fast schien es mir als würde sich etwas in der Dunkelheit bewegen. Dann spürte ich wie der Zauber der mich festhielt langsam schwächer wurde. Als ich schon glaubte der Wind könne nicht lauter und heftiger toben gab es einen plötzlichen lauten Knall, das verhängte Glas der Kuppel splitterte und die Vorhänge wurden vom Wind durch den Raum getragen, ein Kreischendes Wesen schien aus der strahlenden Sonne heraus auf die geborstenen Fenster zu zustürzen, und erst als es bereits ganz nahe war erkannte ich das es einer der Greifen war die ihren Horst auf dem Berg hatten. Der Greif schoss einem Pfeil gleich durch das Fenster und ergriff den in dunkle Tücher gehüllten Fremden. Einen Augenblick noch sah ich dem Greifen nach der mit dem zappelnden etwas in den Krallen in Richtung der Klippen entschwand, das letzte was ich sah was wie sich die Gestalt eines Seraphim aus den Klauen des Greifen löste und verzweifelt mit seinen gebrochenen Schwingen rudernd dem Meer entgegenstürtzte.

Erst jetzt fühlte ich das der Zauber der mich festhielt vollends gebannt war, ich sprang auf und stolperte zu dem Altar, voller Tränen brach ich vor Felerias leblosen Körper zusammen. Immer noch schwebte die lodernde Kugel über ihrer Brust. Ich starrte wie gebannt auf das Spiel des Feuers so das ich gar nicht bemerkte wie der alte blinde Mönch von hinten an mich herantrat: „Sie ist noch nicht verloren, ihre Seele ist stark, doch ist es allein der Rest der heiligen Macht mit der dieser Ort einst geweiht wurde, die sie am leben hält.“ Ich wandte meinen Kopf zu dem Mönch, „Sag mir alter Mann wie kann ich ihr helfen? Wie, wie kann ich ihren Tod verhindern?“ Der alte Mann schüttelte den Kopf, und senkte sein Haupt, seine geblendeten Augen schienen hoffnungslos auf den Boden zu starren. Voller Verzweiflung packte ich den Alten und schüttelte ihn während ich ihn anflehte mir zu helfen, doch er stieß mich mit einer einzigen Handbewegung von sich weg und ging auf Feleria zu. „Es gibt einen Weg, doch er würde euch selbst dem Tode weihen, Herr. Ihr selbst würdet es vielleicht nicht überleben.“ Ich starrte ihn an und schrie beinahe, „Dann tut es, nehmt mein Leben, nehmt es damit sie lebt!“ Der alte lachte nur, und schüttelte den Kopf, „Euer Leben, mag in manchen Augen mehr wert sein als alle Juwelen und alles Gold dieser Welt und doch könnte ich mit zehn eurer Leben ihre Wunde nicht heilen, allein wenn die Finstere Macht zerstört wird die den Dolch schuf der ihr den Schlüssel entriss, allein dann wird sie genesen.“ Wieder starrte ich den Alten Mann an der mit einer ruhe und gelassenheit über Felerias Tod sprach als wäre nichts geschehen. „Warum, warum sagst du dann das es mich das Leben kosten würde?“, der alte blickte zu Boden und sprach weiter, „Wie ich bereits sagte die Macht dieses Tempels hält sie am Leben, doch wurde er entweiht und seine Kräfte schwinden, einst konnte der heilige Altar jede nur erdenkliche Wunde heilen und selbst das größte Leid lindern, doch jetzt ist seine Macht korumpiert, es tobt ein Kampf in seinen tiefen, der bald enden wird. Und dann wird auch Feleria sterben.“, „Wie, wie lange haben wir noch Zeit?“, Der Mönch deutete auf die untergehende Sonne „Wenn das Licht verlischt wird der Geist des Tempels seine Macht verlieren.“ Ich richtete mich auf und blickte in die ausdruckslosen Augen des Mönches, sein Gesicht, seine Miene schien starr wie ein Fels zu sein und doch spürte ich das er etwas vor mir verbarg.“

Ich ergriff den neben Feleria liegenden Dolch und ein zucken ging durch den Körper des Mönches, ich blickte ihn an und umklammerte den aus Knochen gefertigten Griff des Dolches, „Wie kann ich ihr helfen, sagt es mir oder ich ramme mir diese Klinge ins Herz!“ Der Mönch zitterte und leise begann er zu sprechen: “Herr, das dürft ihr nicht tun, ihr Leben ist verwirkt, aber ihr Herr..“, ich führte den Dolch langsam in Richtung meines Herzens, „.. Herr!!... Nicht, es gibt einen Weg ihr Leben zu bewahren, aber glaubt mir heilen, zu heilen vermag ich sie nicht!“, „Dann sag mir wie, und zwar bevor die Sonne untergeht!“, herrschte ich ihn an. Der Mönch begann zitternd zu sprechen „Es ist der Schlüssel, der ihrem Körper entrissen, er ist Teil eines Puzzles, vor langen Jahren als die Macht der Ewigen Feste nicht mehr gebraucht wurde im alten Königreich Goldmond, beschlossen die Führer der Feste die Portale die ins innere führten zu versiegeln, und die beiden magischen Schlüssel die sie öffnen konnten zu zersplittern. Doch schon immer gab es finstere Mächte die nach der Macht der Feste trachteten, so wurde das Ritual gestört und nur einer der beiden Schlüssel wurde vollends zerstört, der Zauber band die Teile des einen an die Seelen von zwölf auserwählten. Doch der Zweite wurde als ganzes an eine Seele gebunden, an die Seele eines einzelnen, des Auserwählten Drakorts, allein dieses konnte vor den finsteren Geheimgehalten werden, so das sie nur nach den Splittern suchten, bis vor einigen Monden ein finsteres Orakel verkündete das es einen zweiten, intakten Schlüssel gäbe der an die Seele eines Waldläufers gebunden seie.“

Meine Augen weiteten sich und ich starrte den Mönch wütend an, während seiner kleinen Geschichtslektion verging wertvolle Zeit, Zeit die wir nicht hatten, Zeit dir Feleria nicht hatte. Dann sprach der Mönch weiter, „Ihre Seele ist an das Fragment des Schlüssels gebunden, so wie es einst selbst an ihre Seele gebunden wurde, gebt mir euer Juwel!“, ich blickte verzweifelt in die geblendeten, blutigen Augen des Mönches und der Mönch fügte kalt hinzu, „Euer Schicksalsjuwel, Herr!“, Zögernd nahm ich den kleinen Edelstein von meinem Hals den ich seit meiner Ankunft auf Althea trug und reichte ihn dem Mönch. Er griff danach und hieb ihn auf den Altar so das er in zwei gleiche Teile zersprang, das etwas kleinere Fragment gab er mir zurück das andere führte er langsam in Richtung des Feuerballes der immer noch über Felerias leblosen Körper schwebte.

Als der Edelstein in die Nähe des lodernden und züngelnden Feuerballes kam, begannen sich die Flammen zu beruhigen, statt wild um sich zu greifen schienen sie jetzt nach dem Juwel zu langen. Dann als es nahe genug war umfingen sie es wie eine flammende Wooge, der Edelstein begann um die jetzt tief grün strahlende Kugel zu kreisen, immer schneller wurde das Kreisen, während sich das ganze Gebilde langsam auf Felerias Körper zu bewegte. Als es ihre Brust berührte umfing ein Leuchten ihre Leib und ein dünne, durchsichtige Masse begann sie zu umschlingen, ich wollte zu ihr springen doch der Mönch hieb mir mit seinem hölzernen Stab in die Magengrube das ich strauchelte und fast zu Boden stürzte. Ich beobachtete das Schauspiel und in dem Augenblick als die Sonne vollends am Horizont versank erstarrte die schimmernde Masse zu einem massiven Kristall der ihren ganzen Körper umfing.

Ich wollte mich nach dem Mönch umblicken, doch ich sah nur seinen Schatten im großen Portal verschwinden. Leise hörte ich noch seine Stimme: „Nun gibt es nur noch einen Schlüssel, findet die Feste, nur dort findet ihr vielleicht eine Heilung für eure Geliebte!“

Ich kniete neben dem schimmernden Kristall nieder und Tränen rannen meine Augen herab, ich musste an meine Gefährten denken, Cabal, Damian was war wohl mit ihnen geschehen. Ich fühlte eine große Last auf meinen Schultern, schwer atmete ich durch und würgte den Kloss herunter der in meinem Hals entstanden war. Als ein Schnauben hinter mir hörbar wurde. Ich wendete mich um und einer der Bären stand in voller Größe hinter mir. Ich blickte in seine Großen Augen und schüttelte traurig meinen Kopf. Leise murmelte ich, „es tut mir so leid, es ist meine Schuld, meine Schuld allein, ich hätte nie hierherkommen dürfen.“ Der Bär schnaufte beleidigt und deutete mit seiner Schnauze zuerst auf Feleria, dann auf den Gipfel der Berge. Ich verstand, hier in den verlassenen Klosterruinen war ihr gläserner Sarkopharg nicht sicher, ich würde sie also in die Berge bringen, in die Höhle der Greifen, ich atmete auf und hob den Kristall auf meine Schultern und machte mich auf den Weg in die Berge.

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