Der Beginn der Suche
Als ich die Stadtgrenze erreichte, blickte ich mich zu Damian um und sagte: “Schliesslich musste es so kommen, ich hätte es besser wissen müssen, zu leicht verfallen die Menschen den Verlockungen von Ruhm und Reichtum, zu gross ist die macht der Götzen auf die welche für ihn starben. Ich weis nicht welche Qualen die Seele eines Menschen zu erdulden vermag, bevor sie zerbricht, doch müssen die Qualen der Reinkarnation so gross sein das sie einen Menschen vollkommen verändern.“ Damian nickte nur und erwiderte: „Einst waren es meine Freunde, ich hätte mein Leben gegeben um sie zu beschützen, doch sieh nur wieviele uns gefolgt sind, kein einziger ist uns gefolgt.“ Er blickte traurig zu Boden und ich glaubte fast eine Träne in seinem sonst so unerschütterlichen Gesicht zu sehen, doch in diesem Augenblick hörten wir eine Stimme rufen: „Reaper – Damian wartet auf mich!“ Aus der düster von wenigen Fackeln erleuchteten Gasse Lichthafens rannte ein junger Mann auf uns zu, erst als er näher kam erkannte ich das es Cabal war, ein junger, entusiastischer Kampfmagier der Gilde. Ich konnte nur erahnen was er von uns wollte, wohl kaum uns zurückholen, denn dazu hätten sie wohl kaum einen so jungen Gildenbruder ausgewählt, also warteten wir bis er zu uns aufgeschlossen hatte.
Als er uns erreichte, berichtete er uns das in den Räumen der Gilde ein wilder Streit entbrannt wäre und sich abzeichnete das die Gilde vortan von einem Rat regiert werden sollte und allein Artherk dienen solle. Ich blickte Cabal an und fragte ihn warum er uns das alles berichtete, und er schüttelte nur den Kopf und sagte: „Das ist ein lange Geschichte und dies ist nicht der richtige Ort für meine Geschichte, nehmt mich mit euch und ich werde es euch erzählen, aber jetzt solltet ihr besser verschwinden, einige Anhänger der Gilde sind auf der Suche nach euch.“ Ich nickte Cabal zu und flüsterte ihm zu: „Triff uns in 2 Monden bei den Steinen von Zhakar.“, dann wendeten wir uns schnellen Schrittes von der Stadt ab und verschwanden in den Wäldern. Nach einigen Stunden Marsches erreichten wir eine kleine Höhle und Damian blickte mich etwas fragend an. Und ohne seine Worte abzuwartenen erklärte ich ihm das Geheimniss der Höhle: „Ich ahnte schon lange das die Dinge in der Gilde nicht mehr lange so laufen würden wie ich es mir wünschte, ich mag inzwischen recht erfahren sein, doch gegen die Macht der Götter habe ich nur wenig auszurichten, daher habe ich einige Vorräte und Ausrüstung aus den Lagern der Gilde abgezweigt.“ Damian blickte mich etwas verdutzt an und begann dann zu lachen: „Also wirklich und ich hatte tatsächlich gedacht du seiest einer von diesen Lichtsklaven.“ Ich grinste zurück und kroch durch den niedrigen Höhleneingang.
In dem kleinen Raum angekommen, berührte ich einen in der Mitte liegenden Runenstein und augenblicklich begann dieser Wärme und Licht zu versprühen, so das die an den Wänden stehenden hölzernen Regale sichtbar wurden, prall gefüllt mit Tinkturen aller Art, Kleidung, Waffen und verschiedenster anderer Ausrüstung. Am hinteren Ende der Höhle hingen einige saftige gepökelte Schinkenstücke und am Boden lagen einige Säcke mit Mehl und Reis. Damian stand neben mir und staunte nicht schlecht über mein kleines Vorratslager und sagte dann: „Ein paar Vorräte also...“ Ich grinste und sagte: „Naja, vielleicht auch ein paar mehr, aber uns erwartet auch eine grosse Aufgabe.“ Jetzt blickte mich Damian noch erstaunter an und bemerkte nur: „Ne, Reaper, bei dir wundert mich so langsam gar nichts mehr.“ Ich lächelte und lud Damian ein, uns ein wenig zu stärken. Später bei einem Humpen guten alten Bieres, gebraut von einem Freund in Sturmkannte, begann ich ihm meine Geschichte zu erzählen, zwar kannte er schon einiges, doch hatte ich noch niemandem alles erzählt. Schließlich erzählte ich ihm auch was meine nachforschungen nach diesem mysteriösen Mal und dem Hort des Stahls ergeben hatten...
„Vor einigen Wochen fand ich in den Bergen von Zhakar eine enge von Geröll fast versperrte Schlucht, ich untersuchte die herabgestürzten Steine und fand an den meisten schwarze verbrennungen und seltsam abgeschlagene Kanten, als ich weiter suchte fand ich unter einem kleinen Trümmerhaufen, die reste einer uralten Antiken Rüstung. Kaum zu erkennen bemerkte ich auf dem Schild das Zeichen König Theodors, oder besser das Wappen Goldmonds. Nun freilich ist Rabenfels das Machtzentrum von Goldmond, doch warum fand ich hier in der entlegensten Ecke die Überreste einer Armee von Goldmond. Ich machte mich also auf den Weg nach Silberstreif um dort in den königlichen Archiven zu stöbern, und ich fand auch in einem uralten Band der Chronik etwas was mich erstaunte, hier wurde von einer Bedrohung durch eine Bande von Rittern die sich die Ewigen von Drakort nannten berichtet, ihr Wappen war eine schwarze Sonne und ein weisser Mond. Als ich weiter nachlas fand ich herraus das eine Seraphim Armee Goldmonds auszog um die Festung dieser Ritter ausfindig zu machen und zu schleifen, doch diese Armee verschwand spurlos und dem Bergen von Zhakar, im Nordwesten des Erzmagiertales.“ „Und du denkst das könnte etwas mit diesem Mal auf deiner Schulter etwas zu tun haben?“, fragte mich Damian. Ich nickte nur kurz und sagte dann: „Es ist nur ein Gefühl, aber ich glaube, wenn ich diese Feste finde, dann finde ich auch ein paar Antworten, und vielleicht auch eine Spur von meiner Schwester“, ich blickte auf den Boden und seuftzte kurz. „Na, wenn das kein Abenteuer wird“, Damian grinste mich erwartungsvoll an und ich nickte zustimmend: „Ganz sicher, aber jetzt sollten wir uns ausruhen.“
Am nächsten Tag machten wir uns auf den weg, ich selbst ging nach Steinbergen und dort einige Gefallen einzufordern und Damian machte sich auf den Weg nach Rabenfels um Zhakar einmal auf den Zahn zu fühlen was es mit dieser verschollenen Armee so auf sich habe, schliesslich gab er ja vor schon länger als es Könige in Goldmond gäbe die arkanen Künste zu studieren, und die Armee Goldmonds musste zweifelsohne an seinem Turm vorbeigekommen sein. Drei Tage später machte ich mich schließlich selbst auf den Weg nach Rabenfels um mich mit Damian am Steinkreis zu treffen, doch er erschien nicht, auch am Tage darauf war keine Spur von ihm zu finden. Besorgt um meinen Waffenbruder machte ich mich auf den Weg zurück nach Silberstreif um dort nach ihm zu suchen. In der Achselhöhle des Trolls, fand ich schliesslich nach einigen Krügen Biers auch eine Spur, ein total betrunkener Söldner lallte etwas von einem Paladin den sie nach Lichthafen zum Verhör geschleppt hätten. Auch konnte er erzählen das der Paladin irgentwo in den Bergen gefasst worden war, wer ihn suchte, das wusste er jedoch nicht zu sagen.
Doch jetzt nach Lichthafen zu gehen, konnte gefährlich sein, denn wer auch immer Damian suchte, er würde vielleicht auch mich suchen, also bat ich einen alten Freund darum sich mal umzuhören. Ich selbst begab mich wieder in die Berge um die verschüttete Schlucht noch einmal zu untersuchen. In der Schlucht angekommen, verspührte ich eine eisige Kälte die sich über die Luft hinweg überall ausbreitete. Doch ich kletterte weiter über die Felsen und Geröllhaufen, bis ich schliesslich eine kleine freie Fläche erreichte, zu meinem Erstaunen fand ich hier Blutspuren und wenig später auch einige abgesprengte Kettenglieder einer Rüstung und zu meinem Schrecken auch die Prismatische Klinge meines Freundes Damian. Ich sah mich vorsichtig um, konnte aber nichts entdecken, nur ein leises Winseln drang an mein Ohr. Ich machte mich auf die Suche nach der Quelle dieser gepeinigten Laute und fand eine Wolf mit strahlend weissem Fell, der sich fast verhungert und verblutet unter einen Schatten spendenden Felsvorsprung gerettet hatte. Ich untersuchte die hilflose Kreatur und stellte fest das ihr jemand mit einem Hammer die Rippen gebrochen hatte und sie dann hatte in der Sonne liegenlies. Ich versorgte die schmerzenden Wunde des Tieres und schlug für diese Nacht mein Lager auf. Der Wolf erholte sich überraschen schnell und seine Knochen schienen, nicht nur ob meiner Behandlung wieder zu verheilen.
Am nächsten Morgen als ich erwachte, war der Wolf verschwunden, nur ein kleines Medallion lag da wo er am Abend noch gelegen hatte, ich hob es auf und stellte verwundert fest das es dem Medaillion meines treuen Adlers bis auf den eingravierten namen bis ins Detail glich. Ich steckte das Medallion ein und machte mich auf den Weg zu Berengar, in er Hoffnung das er etwas über Damian oder seine Entführer herausgefunden hatte. Und tatsächlich erzählte er mir das einige Bauern eine Gruppe von Seraphim gesehen hatten, die einen mann in die Höhle von Lichthafen schleppten. Nun diese Spur war nicht sehr genau, denn die Höhle von Lichthafen ist auch wenn man er kaum glaub ein riesiges Labyrinth. Ich machte mich also auf nach Lichthafen um Damian zu befreien...
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