Die Halle der Inkarnation

Bericht eines Namenlosen flüchtlings aus den Reihen der Sklaven Artherks:

"Wieder leuchtete das Portal kurz auf und ein nackter Körper wurde in die grosse heilige Halle teleportiert. Ich sah aus meinem versteck hervor und erblickte eine junge Frau, ihr Körper geschunden von Narben und Wunden, ihr gesicht verbrannt vom feuer eines B'Bastan. auf ihrem Gesicht spiegelte sich grausiger schrecken und in ihrer Brust öffnete sich eine tiefe abscheuliche Wunde. Die Wunde eines Nar'Tak Dolches, der verwendet wurde um den dunklen Teil der Seele, die auch in jedem jünger Artherks wohnte zu filtern und aus seinem inneren zu verbannen, die Prozedur selbst war nicht tödlich, jedoch der Schmerz den der verlust eines Teils seiner Seele bedeutete, konnte der Geist eines Menschen nicht verstehen, nicht überstehen. Der arme Wicht wird zu einer willenlosen, rasenden Bestie, die willd umsichschlagend jeden angreift der ihr in den Weg kommt. Nur durch mächtige magische Fesseln kann die Kreatur noch gebändigt werden und stirbt wenig später an dem erschöpfenden Versuch sich zu befreien.

Nach seinem Tode ist Eile angesagt, der Körper wird hierher teleportiert, in die Heilige Halle der Inkarnation. Zuerst wurden die Körper gewaschen, vom Schmutz und den Narben der Welt gereinigt, ihr Blut wird aus den Körpern gelassen und durch etwas das die Hohepriester P'Lamscha nennen ersetzt, einer roten und reinen Flüssigkeit. Frei von den Makeln des Blutes, stärker als das des Menschen soll es sein, besser durch die Körper fliessen.

Ich sah auf meinen Unterarm und sah dort die Adern pulsieren, ich schüttelte den Kopf, wie konnte ich das nur glauben, wie konnte ich einst Artherk glauben, meine Hand fuhr über die Narbe auf meiner Brust. Ja auch ich war einst ein Jünger Artherks, doch ich war nicht rein genug, zuviele zweifel nagten an mir, zuviel fragen waren in meinem Kopf, als das sie das Ritual des Geistes hätte tilgen können, so wurde ich zu dem was ich war, einem Sklaven Artherks, dem Unterwürfigen Diener der Hohepriester.

Ich schlich also leise weiter und beobachtete wie die nun makellose Frau auf einen weiteren Tisch gebettet wurde, die tentakel einer lebenden Maschine griffen nach ihrem Schädel und ein kurzen zucken ging durch ihren leib, leuchtende lichtkugeln rassten durch die Tentakel auf den Schädel der Frau zu. Ich wusste was hier geschah, ihre Gedanken, ihr leben wurden gereinigt, nur das gute nur die wunder artherks würden in ihren errinnerungen verbleiben. Diese Maschine war es die sie versklaven würde, auf ewig an Artherks binden. Nur wenn ihr Glaube fest und stark genug wäre würde sie die zweite initiation erfahren, würde ihr geist noch weiter gereinigt und sie des letzten restes ihrer Seele und ihrer Individualität beraubt.

Schnell schlich ich weiter in richtung der Halle der Abreise, hier stand das riesige Portal, blau schimmerten seine Ränder und in seinem flirrenden Eneriefeldern, sah man wie aus weiter ferne die stadt lichthafen. Ich versteckte mich neben einem der Sarkopharge die hier überall standen, in ihnen ruhten die Diener Artherks, nach dem sie das Ritual der Initiation abgeschlossen hatten, hier ruhten sie bis ihre Kräfte wieder erstarkt waren und ihre Schwingen sich entfalteten. Dann kamen die Priester und injizierten eine letzte Tinktur des Vergessens in den Leib des wahrhaftigen Engels und stiessen ihn durch das grosse Portal, wenn seine reise dann schliesslich in Lichthafen endete, hörte er nur die Worte des Orakels: 'Wir gratulieren dir zu deiner Wiedergeburt'. Von seinem Tode, den erlittenen Qualen der vielen kleinen rituale (welche ich hier ob der jungen leserschaft nicht erwähnte) wissen sie nichts, sie fühlen nur die unbändige Kraft des P'Lamscha durch ihre Adern rasen, ihr reiner Geist scheint ihren weg vorzuzeichnen, doch ist es die Flüssigkeit ihres Blutes die sie dazu zwingt, dazu zwingt ihrem Weg zu folgen...

Als die Priester nun kamen und das Portal einjustierten, machte ich mich bereit, in dem Augenblick als sie sich dem Adonis gleichen Körper eines jungen Seraphim zuwandten, lief ich auf das Portal zu, ich sprang unter den Schreien der Priester in den Lichtring und landetet auf dem Boden des Tempel, ich raffte mich so schnell ich konnte auf und rannte, rannte was meine Beine hergaben. Mein Ziel, mein Ziel war die Feste des Stahls, nur hier würde ich vor den Blicken der Götter und somit auch ihren Legionen entkommen. Ich rannte, so schnell mich meine Beine trugen..."

(C) Reaper

design and programming by bunix