Das Erscheinen meiner Tochter Magrat
Es begann alles vor Urzeiten.......
Cohen wandelte als junger Mann über die Welten Altheas...
Er hatte ein bewegtes Leben bisher, aber es sollte noch viel bewegender werden.
Er stammte aus einfachen Verhältnissen, seinen Vater kannte er kaum, er war ein großer Krieger und hatte dem alten König in vielen schlachten gedient und kam selten nach Hause.
Wenn er aber einmal für seine Familie da war, so war er der beste Vater, den sich klein Cohen vorstellen konnte. Er zeigte ihm die Gegebenheiten der natur, lehrte ihn das überleben in der Wildnis und wies ihn bereits im zarten alter in die Kampfeskünste ein.
Seine Mutter umsorgte ihn, wie es nur eine Mutter kann, es mangelte ihm an nichts, auch wenn er oft seinen Vater in voller Ausrüstung in die Abendsonne verschwinden sah.
Angst um ihn hatte er eigentlich nie, er war für ihn der größte Kämpfer aller Zeiten. Wer sollte ein Schlachtross von über 2 Meter Größe und einem gewicht von etwa 3 Orks etwas antun können ?
Früh war für ihn klar, daß er seinem Vater und somit dem ruf der Schlachtfelder folgen würde...
Er trainierte hart und schonte sich nicht. Seine gestalt wandelte sich vom Knaben zum Muskelprotz. Seine Freunde waren froh, ihn zu kennen, half er ihnen doch aus jeder brenzligen Situation.
Er hielt die Stadt von nächtlichen Goblin-Überfällen frei, meist alleine und in freiem Oberkörper...
Er war bekannt und beliebt, weil er stets freundlich und hilfsbereit war. Er war der Traum aller Schwiegereltern und der Alptraum aller Lehrer.
Die Schule hatte er verlassen müssen, weil er außer von seinem Vater keinen Rat annehmen wollte und eine Sturheit aufwies, die an ein Kamel erinnerte, das eine Oase gewittert hat...
So dauerte es nicht allzulange, bis er sich für das andere Geschlecht zu interessieren begann...
Er war ein untreuer Liebhaber, aber kein schlechter. So sehr sich alle Mädchen über ihn und sein untreues Schandmaul beschwerten, spätestens beim nächsten Stadtfest fand er eine neue.
Er gewann sämtliche Titel im Faßwerfen und Steineheben, den lokalen Sportmöglichkeiten.
Er wurde zum Koloss, wenn auch zu keinem schlauen.
Sein Vater hatte ihm bald alle Kampftechniken und Kampfeslisten beigebracht und er ahnte, daß die Zeit bald reif sein würde, um seinen eigenen Weg zu gehen. Jedoch wollte seine derzeitige Freundin dies nicht zulassen, sie bestand auf eine Hochzeit.
Cohen willigte wiederwillig ein, um keine weitere Zeit zu “vergeuden“, wie er meinte.
Es sollte ein großes fest werden, doch es kam anders....
Die gesamte Dorfgemeinde hatte sich eingefunden, wie es die Tradition verlangte. Cohen hatte sich sogar gewaschen und einigermaßen ansehlich gekleidet. Sein Vater führte ihn zum Dorfplatz, wo bereits die Braut, ihre Eltern und der Rest der Einwohner warteten.
Die örtliche Kapelle spielte höchstfeierlich den Hochzeitsmarsch. Es konnte losgehen !
...Unbemerkt von alledem brauten sich hinter den Hügeln nahe dem Dörfchen in der Dunkelheit dicke Wolkenberge auf. Sie türmten sich zusammen, als wollten sie das gesamte Land begraben...
So schritt unser Held auf den von zahlreichen Feuern und Fackeln erhellten Platz zu. Er sah seine Braut mit einem erwartungsvollen Lächeln in ihrem hübschen Gesicht. Er stellte sich artig auf den richtigen Platz und sah zu dem Schamanen auf, der in der Mitte des Platzes auf einer Bühne stand und begann uralte Formeln und Runen zu zitieren.
Plötzlich zuckten grelle Blitze über die Hochzeitsgesellschaft. Dunkle, riesenhafte Wesen, die ihn an die Erzählungen seines Vaters über die Götter erinnerten verwüsteten die aufgestellten Tische und Bänke. Holz splitterte, Schreie erklangen. Viele suchten ihr Heil in der Flucht und rannten wie aufgeschreckte Hühner in alle Richtungen...
Cohen verlor den Boden unter den Füssen und wurde empor gesogen. Es wirkten göttliche Kräfte, gegen die auch er machtlos war.
Seine Braut, ihre und seine Eltern, seine Freunde und Bekannten, alle blieben hinter ihm zurück. Er fiel nach oben !
Schnell wurden die Menschen zu winzigen Schatten, er erkannte das Dorf nur an einem kleinen, hellen Schimmern in der Nacht.
Dann verlor er die Sinne....
(C) Cohen the Old
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