Darkos der Drachentöter
Oft schon wurden sie auf den Inseln von Althea gesehen, und sie wurden gejagt, die Drachen, oder zumindest erzählten die Helden gern sie hätten einen solchen erlegt, nun ich fürchte ich werde mir wohl ihren Hass auferlegen wenn ich euch nun von Darkos erzähle, von Darkos dem Drachenjäger
Von Drakort der heiligen Feste des Stahls, der Heimat des Namenlosen Clans haben einige sicher schon gehört, wenn nicht nun so wichtig ist es auch wieder nicht. Doch sollte man von der Bibliothek wissen, keine einfache Bibliothek, magische Kräfte durchströmen sie und füllen sie stetig mit neuem Wissen, mit neuen Geschichten und neuem Leben, es ist ein Hort der Bücher, der Magischen Bücher. Längst nicht jedes Buch in der grossen Bibliothek wird sich all den Leseren erschliessen, manche der Bücher haben ihren ganz eigenen Willen. Ich habe schon viele Stunden in den Hallen der Vergessenen Bibliothek zugebracht, ich habe dort schon viele Geschichten gelesen, von Wesen so mächtig das die Macht der Götter wie ein einfaches Spielzeug dagegen wirkt. Eines dieser Wesen oder besser eines der Völker sind die Drachen, von vielen gefürchtet und von wenigen verehrt, doch kaum einer weis um ihre wahre Sein.
Darkos nun war schon seit Jahren ein Diener des Namenlosen Clans, er durchstreifte die Wälder Altheas um den Menschen zu helfen. Seine grosse Spezialität war die Jagd auf bösartige Drachen. Drachen verwüsteten früher ganze Landstriche, brannten Städte und Dörfer bis auf ihre Grundmauern ab. Und nur selten gelang es ihre Pfärte zu verfolgen und sie zur Strecke zu bringen. Allein die Drachenjäger hatten sich darauf spezialisiert diese stolzen und mächtigen Wesen zu jagen. Darkos war einer von ihnen, oder besser Darkos war einer der besten von ihnen, viele Drachen hatte er erlegt und wo er auch hinkam wurde ihm mit Erfurcht und Respekt begegnet.
Eines Tages verschlug es ihn in die nähe der Stadt Goldstein, welche schon seit Monaten von einem riesigen schwarzen Drachen belagert wurde, fast die ganze Ernte war schon vernichtet und die Bürger verliessten schaarenweise die Stadt um ihr Heil in der Flucht zu suchen. Am Abend schlug Darkos sein lager in der Nähe der Stadt auf und legte sich dort zur Ruhe. In der Taverne hätte er sicher keinen Schlaf gefunden, zu bekannt war er und zuviele Geschichten hätte er erzählen müssen, zuviel Met hätte seine Sinne vernebelt und auch wenn er der beste war, einen Drachen zu unterschätzen bedeutet Normalerweise immer den Tod des tapferen Recken, denn vor dem vernichtendem Odem der Drachen schützt keine von Menschen gefertigte Rüstung, und auch der Panzer eines Drachen ist nicht einfach so mit einem Schwert zu durchbohren. Er würde also all seine Kraft brauchen. Und dieser Drache war etwas besonderes spürte Darkos, er sollte tiefschwarz sein, Schwärzer als die tiefste Nacht und grösser als andere.
Bevor er einschlief, sah Darkos noch einmal zu seiner Tasche, in der er den wertvollen Schuppenpanzer aufbewahrte. Einen Panzer aus Drachenschuppen. Er drehte sich lächelnd um und deckte sich zu. Wenn dies hier tatsächlich ein schwarzer Drache ist, dann werde ich der mächtigste Jäger Altheas, nichts kann mich dann mehr aufhalten
Darkos war immer ein treuer Diener des Clans gewesen, ihne zu zögern stürzte er sich auf Wegelagerer die hilflose Wanderer überfielen und schon so mancher Tyrann hatte gelernt was es hiess sich einer Armee unter der Führung des Clans, unter der Führung von Darkos zu wiedersetzen. Doch seine Seele war schwarz, sein Herz nicht länger von rotem Blut durchflossen, denn die Gier hatte sich seiner bemächtigt, die Gier nach den magischen Schuppen der Drachen, er hatte einst vor vielen Jahren, als er noch jung war seinen ersten Drachen erlegt, zusammen mit einer Gruppe von Kriegern des Clans, sie waren es die ihm das geheimniss der Schuppen verrieten. In der Dunkelheit der Höhle hatten sie den Drachen erlegt, ihre Klingen hatten seinen Panzer durchbrochen und nach einigen Stunden des Kampfes hatten sie das Monstrum bezwungen, einer der älteren Krieger zeigte Darkos wie man die Schuppen des Drachen kurz unterhalb ihrer Kehle entfernte, diese Schuppen so erklärte er ihm sind von Magischer Energie durchflossen, ein guter Schmied kann einen Panzer aus ihnen schmieden, stabiler als die schwerste Antike Rüste, und leichter als ein Baumwollhemd. Doch es ist nich einfach sie zu entfernen, viele Jäger verloren die wertvollen Schuppen, weil sie nicht ordentlich entfernt wurden, denn sie lebten, selbst wenn der Drache schon lange tot war so lebten sie noch und pulsierten glühend weiter. An diesem Tage erhielt Darkos seine ersten Drachenschuppen, es waren die Schuppen eines Wasserdrachens. Es gibt viele Drachen, nicht alle speien Feuer, nicht alle sind rot oder schwarz. Darkos begann seine Sammlung von Schuppen zu vergrössern, rote, blaue... immer mehr bis er eines Tages einen Schmied aufsuchte welcher die Fähigkeit besass einen der mächtigen Drachenschuppen Panzer zu schmieden. Doch als der Schmied die vielen Schuppen sah, weigerte er sich einen Panzer aus ihnen zu schmieden, also musste Darkos einen anderen Weg finden, er begann also in der Stadt Eisfels eine Lehre zum Schmied, und sein Gesellenstück sollte noch lange in den Mündern der Gilde sein, es war ein Panzer aus tausenden verschiedenen Drachenschuppen...
Nur eine Sort fehlte Darkos noch, die mächtigsten der Schuppen hatte er noch nicht gefunden, die des schwarzen Drachens. Nun sollte er ihn wohl gefunden haben, und er würde endlich seine Rüstug vollenden können. Doch Darkos schlif unruhig in dieser Nacht, aus den nahem Bergen tönten finstere Schreie und die Wölfe heulten im Tal. Am nächsten Morgen also stand er auf und wusch sich im kalten Wasser des Baches an dem er sein Lager aufgeschlagen hatte. Das machte ihn vollends munter und er zog sich seine Rüstung an, er prüfte bevor er losmarschierte nochmals den Sitz seiner Klinge und der Rüstung, dann zog er in Richtung der Berge. Nun Klinge ist wohl eine untertreibung, fast 5 Fuss war sie lang, aus dem Reisszahn eines Schattendrachen geschmiedet und ihr griff war mit winzigen kleinen Zähnen eines Blauen Drachen besetzt.
Als er dann gegen Mittag die Berge erreichte, fand er auch bald eine Höhle, dem Maul eines alles verschlingenden Dämons gleich lag sie vor ihm und ein grollen drang aus ihrem inneren. Er stapfte die letzten Schritte durch den Schnee und prüfte ein letztes Mal den Sitz seiner Rüstung und seiner Klinge. Dann betrat er vorsichtig die Höhle und ein leises Grollen und Donnern Durchdrang die Luft, sein Atem stockte kurz, dann schritt er weiter, als das spärliche Licht das durch den Höhleneingang drang nicht mehr ausreichte entzündete er eine Fackel. In dem Augenblick als das Licht seiner Fackel die Wände der Höhle traf begannen sie in den schillernsten Farben zu leuchten, Rubine und Smaragde fingen das Licht und brachen es in alle Farben die sich ein Mensch nur vorstellen kann.
Für einen Augenblick blieb Darkos benommen stehen und sah fasziniert das Schauspiel der Lichter und Farben, dann tauchte unmittelbar vor ihm ein riesiger Schatten auf, erschrocken lies er die Fackel fallen, er hatte viele Drachen gesehen, doch dieser war grösser als alles was er sich je erträumt hatte, sein 5 Fuss langes Schwert wirkte wie ein Spielzeug gegen den riesigen schwarzen Drachen, seine Augen gross wie Mühlräder glühten dämonisch in der Finsterniss. Darkos klammerte sich an den Griff seiner Klinge. Der Drache kam langsam näher und Darkos spührte förmlich den heissen, schwefligen Odem der Kreatur. Seine Glieder zitterten und Darkos stolperte einige Schritte zurück. Er stürzte zu Boden und versuchte sich hilflos mit Armen und Beinen rudernd wieder aufzurichten, dann begann die Luft zu Beben und der Drache begann mit grollender Stimme zu sprechen, wie das tosen eines Wasserfalls klangen die von den Wänden reflektierten Worte und drohten den Schädel des Drachenjägers zu zersprengen.
Ihr seid also Darkos, der mächtige und grosse Drachenjäger. Darkos der meine Kinder erschlug, der meines gleichen jagde und abschlachtete um seiner Gier willen. Und nun bist du also gekommen dein Werk zu vollenden. Greif mich an Mensch, versuch dein Glück. Der Drache lachte schallend und Darkos ergriff von Wut über die Worte des Drachen getrieben sein Schwert und stürmte auf den Drachen zu, der erste Hieb glitt vom Panzer des Drachen ab, dann hieb er erneut zu und seine Klinge zerbrach in tausende kleine Splitter, die mächtige Drachenklinge war zerbrochen, Darkos starrte auf den Stumpf den er noch in der Hand hielt und starrte in die Augen des Drachen und erwartete das dieser ihn nun zermalmen würde, doch er tat es nicht, nein er lachte, lachte und dann wurde sein lachen leiser und er begann wieder zu sprechen.
Ich könnte dich töten, töten für den Mord an meine Kindern, könnte meiner Rache freien Lauf lassen. Doch dann wäre ich nicht mehr als ihr, nicht mehr als ein Mörder, der Tod ist noch zu gnädig für euch. Was denkt ihr, wieviele Drachen gibt es auf Althea? Verwirrt stammelte Darkos: Ich ich weis nicht hunderte, tausende?! Der Drache fauchte und spie einen Strahl glühenden Odems über Darkos Haupt hinweg, dann rann eine feurige Träne herrunter und schlug einem feuerball gleich auf dem Boden ein. Darkos wollte weglaufen, doch er konnte nicht, seine Beinde versagten den Dienst, er starrte gebannt auf den riesigen schwarzen Leib des Drachen, dann sprach der Drache weiter.
Ich bin der letzte, der letzte der grossen Drachen, nur ich bin noch am Leben ich und mein Kind, ich allein habe in den letzten Jahren euer Volk in Angst und Schrecken versetzt, ich war es der eure Städte verbrannte und eure Felder zerstörte. Ich allein habe euch in Schach gehalten, um dich hierher zu locken. Dich den grössten und stärksten der Drachenjäger. Ich bin alt, älter als du es dir vorstellen kannst, ich sah den Fall der Elfen und den Untergang der Zwerge ich sah wie eure Götter ihren Blutigen Weg in die Reiche der Überwelt gingen. Ich bin der einzige der in Althea blieb. Und ich bin alt, selbst für einen Drachen bin ich alt, allein mein Hass auf euch Menschen hat mich am Leben gehalten, mein Hass und meine Sehnsucht euch zu strafen. Nun Darkos euch habe ich auserwählt, auserwählt über mein Kind zu wachen, ihn vor den Händen der Menschen zu bewahren. Ihr werdet dafür bürgen das nie ein Drachenjäger seiner Seele habhaft wird.
Dann legte sich der Drache nieder, in seinen Augen glühte ein mächtiges Feuer, das langsam erlosch, und ein letztes Mal sprach er.
Wisse Darkos es gibt noch Drachen, meines Gleichen, nur jünger und grösser noch, ihr Feuer ist noch heiss und ihre Wut wird endlos sein wenn sie keine Drachen mehr in Althea vorfinden wenn sie zurückkehren, endlos wird sie sein Darkos und ihr seid verflucht, verflucht den Tag zu erleben an dem die Drachen zurückkehren, ihr allein habt die Macht ihren Zorn zu besänftigen, ihre allein... dann schlossen sich die Augen des Drachen und das Glühen unter seiner Brust schwoll an und stieg auf zur Decke der Höhle um dann in ihr zu verschwinden. Die Hitze die ihn eben noch umgab verschwand und es wurde still in der Höhle, nur ein kleiner junger Drache bewegte sich hinter dem Leib seiner Mutter, blickte sich suchend und hilflos um.
Darkos, nun Darkos rannte, er rannte so schnell ihn seine Beine trugen in die tiefe der Berge und manchmal, wenn der Mond hoch am Himmel steht, und sonst kein Stern zu sehen ist, dann kann man sein wimmern hören, sein Wimmern um Gnade, um die Gnade des Todes, denn er liess den kleinen Drachen, Finsterzahn war sein Name allein, allein neben seiner toten Mutter und floh, verflucht zu leben bis zur Rückkehr der Drachen.
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