Ständig werde ich gefragt (mein wiedergefundener Bruder)
*voller Freude und mit zittrigen Händen diese Zeilen niederschreibt*
"Liebe Freunde!"
Am 27 Tage des vierten Monats anno 2002 wanderte ich durch die Wälder von Rabenfels. Ich war frohen Mutes und fröhlich pfeifend spazierte ich den einsamen Weg entlang. Alles schien ruhig und idyllisch, bis auf ein paar abtrünnige Magier, die ich mir jedoch leicht vom Hals hielt. Nichts konnte meine ausgelassene Stimmung trüben. Ich entschloss, mich zu den Spinnen zu begeben, ihnen die Augen abzunehmen und ein wenig Gold zu machen. Ich dachte bei dieser Ruhe nicht im Leben daran, daß jemand in Gefahr sein könnte. So kam ich zur Spinnenwiese und alles schien leer. Sogleich sprach ich meinen Erdbeben und mit einem lauten Krachen stürtzte das Beben auf die Spinnen und machte sie unfähig, ohne daß mir auch nur ein Haar gekrümmt wurde. Zwischendurch meditierte ich ein wenig, um meinen Manaverbrauch ein wenig zu reduzieren, das Wetter war herrlich, strahlender Sonnenschein, genau richtig, um allein unterwegs zu sein. Ich saß auf der Wiese, schloss meine Augen und war in Gedanken versunken. Plötzlich hörte ich ein Zischen, ähnlich einen Feuerballs... ich öffnete meine Augen und sah etwas im Wald versteckt einen jungen Helden, der mit den Spinnen kämpfte. Ich schaute ihn mir lange an und er schien ebenso in Gedanken versunken zu sein, wie ich es war. Ich dachte mir: hoffentlich spürt er die Gefahr, die von diesen Spinnen ausgeht, er scheint noch sehr jung zu sein.
Ich stand auf, ging ein paar Schritte auf ihn zu und sah noch rechtzeitig, wie sein Kraft schwindete. Er schien kein Mana mehr zu haben. ich eilte zu ihm, heilte seine Wunden, hielt die Spinnen von ihm ab und brachte ihn unter einen sicheren Baum. Hier würden die Spinnen ihn wohl nicht finden.
Er bedankte sich und wir unterhielten uns. Ich schaute mir seine verletzte Hand an, balsamierte sie mit einem Heilkraut ein und entdeckte ein kleines zierliches Armband.
Ich fragte ihn, was es mit diesem Armband auf sich hatte. Er erzählte mir, er hätte es damals von seinem Vater geschenkt bekommen, in Gedenken an seine Familie, bevor er wieder in den Kampf zog. Es trug zwei goldene "M"`s als Initialen.
Ich dachte mir nichts dabei, und cremte ihn weiter ein. Während ich mich um ihn kümmerte, spürte ich, wie er seine linke Hand an meinen Hals führte und meine kleine goldschimmernde Kette in seine noch zittrigen Hände nahm. Ich blickte auf und schaute ihm in die Augen und sogleich fragte er mich, wo ich diese Kette herhabe. Ich konnte ihm diese Frage nicht beantworten. Mir blieb nur, ihm mitzuteilen, daß ich sie seit meiner Geburt trage und ich sie noch nie abgenommen hätte. Er schien ein wenig verwirrt zu sein, drehte sie mehrmals um und liess dann wieder sanft meine Kette auf meinen Hals gleiten. Er schaute zu Boden und erzählte mir von seiner Familie:
Sein Vater zeugte mit seiner Frau zwei Töchter, eine davon starb sehr früh, die andere wuchs bis zum dritten Lebensjahr bei ihrer Mutter auf. Sie gab ihre Tochter eines Tages fort, da sie wusste, daß auch sie nicht mehr lange zu leben hatte. In der Zeit wurde sein Vater in den Kampf gerissen, der unendliche Kampf gegen das Böse. Lange irrte sie alleine umher und eines Tages, als sie traurig und nichts wissend über das Schicksal ihrer überlebenden Tochter im Wald umherstreifte, da stand er wieder vor ihr. Verletzt, aber am Leben. Ihr geliebter Gatte, den sie lange verschollen glaubte. Sie heilte seine Wunden und sie verbrachten eine kurze Zeit miteinander, aber voller knisternder Hingabe und endloser Zärtlichkeit. Sie liebten sich, wie vor dem Kampf, vereinten sich und so wuchs ein neues Leben unter dem Herzen der Frau heran. Sie gebar unter Tränen, aber dennoch voller Glück einen kleinen Sohn, der mächtige Magier half dem kleinen Wesen auf die Welt und zeigte ihn voller Stolz seinen Nachbarn, ebenso weisen und mächtigen Magiern und Kämpfern. Kurz darauf starb die frisch gebackene Mutter, wie sie es vorhersagte und so zog der Vater den kleinen Jungen alleine gross bis zu seinem 10. Lebensjahr.
Ich schaute den jungen Mann an und er berichtete mir, daß er der Junge ist. Als sein Vater erneut in den Kampf zog, band er ihm das Armband um und brachte ihn zu seinen Nachbarn, wo er sorglos aufwachsen soll.
Er bemerkte meine zittrigen Hände, die ihm einen Verband anlegten, legte seine Hand auf meine und ich berichtete ihm von dem, was ich von meiner Mutter weiss.
Wir verglichen unsere Erlebnisse und stellten unter Freudestränen fest, daß dieser junge Mann und meine Wenigkeit Geschwister sind.
Von nun an trägt der ehrenwerte Sicar AwH voller Stolz den wertvollen Namen Mae und gehört ab sofort zu meiner Familie!
*Freudestränen laufen lässt*
(C) Morgana Mae BdL
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