Seelen
Begegnung am Morgen
Es war kühl an diesem Morgen, die Sonne sendete gerad ihre ersten weiche, wärmenden Strahlen in die Welt hinaus, über den dichten Bäumen des Druidenforstes stiegen sanfte, weiße Nebelschwaden auf. Ich blinzelte in den blauen Klaren Himmel und musste lächeln, wie sehr sich doch die Natur von einem Augenblick zum anderen doch verändern konnte, in der letzten Nacht hatte es noch gestürmt und geregnet als wöllte die Welt versinken und jetzt war alles so friedlich und harmlos als wäre nichts gewesen. Die Wesen des Waldes gingen ihrem Tagewerk nach und auch ich krabbelte aus meinem Unterschlupf unter einer alten Weide hervor. Der breite, knorrige und etwas schief gewachsene Stamm hatte mir einen guten Schutz vor dem Unwetter der letzten Nacht geboten. Ich streckte mich ausgiebig und sog die angenehm kühle, feuchte Luft tief in meine Lungen.
Als ich wieder ausatmete bildete sich eine kleine Neblige Wolke und plötzlich war Unruhe im Wald. Vögel flogen aufgeregt umher und das eben noch harmonische Singen ging in einem wilden getschirpe und gekreische unter. Einem Omen gleich zog eine Wolke vor die Sonne und ein kalter Schauer lief über meinen Rücken als ich das Gebrüll eines Mannes vernahm: REAPER... Reaper du elender Waldschrat, komm verdammt noch mal aus deinem Versteck! Unbewusst hob ich eine Augenbraue und blickte mich in Richtung des Geschreies um. Auch wenn ich durch das Dickicht noch niemanden erkennen konnte sah ich doch die Spitzen von finsteren Engelsflügeln. 'Das kann ja auch nur einer von denen sein der hier brüllend wie ein Rhinozeros durch den Wald trampelt', dachte ich bei mir und schlich mich durch das Unterholz näher an den Fremden herran. Als ich den Seraphim umrundet hatte ging ich leise einige Schritte hinter ihm her und lacht in mich hinein wie er nach vorn und zur Seite starrte und dabei ständig meinen Namen in den Wald brüllte. Doch war ich dieses Spielchens schon bald übedrüssig und stütze mich zu dem Störenfried blickend auf meine treue, alte Axt, den Engelsschlächter und rief: He, da was sucht denn ein so großartiger Kriegsengel des achsofinsteren Ogrimar zu so früher Stunde in diesen Wäldern?, der Seraphim sprang erschrocken herum und starrte mich kurz an dann stotterte er: Ich brauche eure Hilfe Wir brauchen eure Hilfe!
Ich schmunzelte kaum merklich und und blickte der Seraphim sinnend an: Soso, Hilfe also und da brüllen wir mal kurzerhand den ganzen Wald zusammen! Der Seraphim hatte inzwischen seine Fassung wiedergefunden und herrschte mich mit spitzer Zunge an: Ich habe keine Zeit für irgentwelche Spielchen, es geht nicht nur um mich, es geht auch um Deedo..., ich rang kurz um meine Fassung und mir schien es als würde sich ein dicker Kloss meinen Hals herrunter quälen, ihr Leben steht vielleicht auf dem Spiel also komm gefälligst mit du Wicht! Bilder rassten durch meinen Kopf, Bilder und Fetzen von erinnerungen, als wäre es gestern gewesen sah ich Uktogoth vor mir wie er die hilflose Glenhensharmilla abschlachtete und sich an ihrem Blut labte und ich sah mich wie ich um das Leben Deedos rang die sich mit dem vergifteten Seewasser vergiftet hatte. Wütend und in Rage zog ich einen Dolch aus der versteckten Scheide in meinem Gürtel und sprang auf den Seraphim zu. Dieser strauchelte und stolperte mit dem Rücken gegen eine Baum, ich presste den Dolch an seine Kehle so das er fast schon die dünne Haut durchtrennte. Erzähl mir nichts von Leben die auf dem Spiel stehen!, fauchte ich Nebuchad an, den ich inzwischen sehr wohl erkannt hatte, deinesgelichen scheren sich doch sonst auch nicht darum ob und wann jemand zu sterben hat, außer es ist zu eurem eigenen Vergnügen! Und jetzt sprich was ist mit Deedo? Raus mit der Sprache!
Nebuchad versuchte sich aus meinem Griff zu winden, jedoch war mein Griff zu fest und die Klinge zu dicht an seinen Hals gepresst, so das er leicht stöhnend anfing ein paar Worte herauszupressen: Deedo, sie erwartete ein Kind von mir, doch sie nahm einen Trank um es verschwinden zu lassen. Doch jetzt, sie ist auch einmal so schwach, und sie spührt es, sie spührt immernoch das Kind auch wenn es nicht mehr in ihrem Leib ist. Was für einen Trank?, fragte ich ihn mit einem beunruhigten Unterton, Ich weis es nicht, ich weis auch nichts über die Zusammensetzung, mein alter Freund Caimbeul hat ihn gebraut..., Abrupt lies ich Nebuchad los und er sackte erschöpft zusammen. Ich wendete mich verachtend von ihm ab und murmelte abfällig: Feine Freunde habt ihr, Seraphim. Warum hilft ihr denn dein Trankbrauer nicht selbst, er scheint ja ein gelehrter Mann zu sein. Er zog sich zurück, ich konnte ihn nicht finden. Sehr feine Freunde habt ihr wahrlich, immer etwas anfangen und dann wenns schief geht verschwinden, aber was wollt ihr von mir? Ich bin ein einfacher Mann, ein Waldhüter, ich vermag so manche Wunden heilen zu können aber das was du mir da erzählst fällt wohl eher in die Hände eines Priesters und Heilers. Sie rief immer wieder euren Namen, sie flehte mich an dich zu holen, ich habe ihr vertraut, aber vielleicht hatte ich ja doch Recht, wie könnte ein Mensch ihr schon helfen. Ich blieb einige Schritte von ihm entfernt stehen und schloss die Augen, ich steckte den Dolch zurück in seine Scheide und hob meine Axt auf um sie auf meine Rücken zu schnallen. Dann atmete ich noch einmal kurz durch und sagte nur kurz: Dann sollten wir keine Zeit verlieren! und verschwandt schnellen Schrittes in Richtung von Deedos Wohnbaum im Dickicht des Waldes. Zurück blieb nur ein verdutzter finsterer Seraphim der ungläubig in die Richtung schaute in die ich verschwand.
Magie
Ich kniete schon seit einiger Zeit neben Deedos Lagerstatt und fühlte das schwache Pulsieren in ihren Adern. Mein Blick ruht betrübt auf ihrer von Kalten Schweiß nassen Stirn. Ich stand stumm auf und holte ein feuchtes Tuch und legte es auf ihre Stirn. Ihre Lippen bewegten sich sanft, so als ob sie sprechen wollte, doch ich spürte das sie nur durch einen weiteren tiefen kalten Traum glitt. Als Nebuchad durch die Pforte schritt begann ich leise zu sprechen, Ich bin ein einfacher Mann, Nebuchad, ich vermag so manche Wunde zu heilen, so manches Problem mag ich zu meistern. Aber ich bin kein Heiler und kein Wunderwirker..., ich wendete mich zu ihm und winkte ihn zu mir herrüber und bedeutete ihm sich auf den Schemel neben Deedos Bett zu setzen, Nimm ihre Hand... Fast schon zögernd ja geradezu zärtlich nahm der Seraphim ihre schwache blasse, so unendlich zerbrechlich wirkende Hand. Spürst du es? Kannst du es spüren?, Nebuchad sah mich verwirrt an und wollte schon seinen Mund öffnen doch ich liess ihn nicht zu Wort kommen, Konzentier dich, versuch es zu spüren!, seine Augenlider zitterten und man konnte ihm förmlich ansehen wie die Wut in seine Adern schoß doch ich wiederholte nur kühl meine Worte.
Er blickte wieder zu seiner Geliebten und hielt ihr sanft ihre kleine Hand. Seine Augen schloßen sich für einen Augenblick nur dann sprang er mit einem Schrei zurück und riss dabei einen kleinen Tisch neben Deedos Lager um. Splitternd fiel eine kleine Phiole zu Boden. Nebuchad griff nach seinem Bogen und blickte sich panisch um, dann begann er zu stottern: Er.. er ist hier ich spüre es, wo versteckt er sich. Er... er.. er verfolgt mich, wo ist er., einmal mehr hob ich die Augenbrau und sah den Seraphim an, Er?, fragte ich den Aufgeregt den auf ein Phantom zielenden Seraphim. Der Lich, er ist hier ich spüre es!, presste Nebuchad hervor. Wie kommst du denn darauf? Wieso sollte er gerade für dich einfachen Seraphim den Schutz seiner Existenzebene verlassen?, fragte ich ihn mit einem leicht Ironischen Unterton. Nebuchad sah mich entgeistert an dann begann er wütend zu sprechen: Davon habt ihr keine Ahnung Mensch, wie sollte ein Waldläufer auch etwas von der Mission des einzig wahren verstehen, ich spürte seine Präsenz, ich spürte es als ich die Hand meiner Frau hielt. Er ist hier!, wieder blickte ich den Seraphim eindringlich an und lächelte sanft.
Wilde Gedanken rassten durch meinen Kopf und ich hatte Mühe meine Ruhe zu bewahren und nicht wilde unhaltbare Theorien herrauszulassen, doch dann begann sich einer der Gedanken zu manifestieren, die wenigen Bruchstücke des Puzzles begannen ein Bild zu Formen. Ich liess Nebuchad links liegen und ging auf den umgestürzten Tisch zu. Ich kniete nieder und stellte den Tisch wieder auf und sammelte die heruntergefallenen Gegenstände wieder auf und legte sie sorgfälltig und ordentlich wieder an ihren Platz. Noch während ich damit beschäftigt war begann ich zu sprechen: Wenn du also den Lichen hier spürst, spürst du ihn dann jetzt, in genau diesem Augenblick immnoch? Oder nur wenn du die Hand deiner Frau hälst und den Hass und all deine Göttliche Berufung für einen Augenblick vergisst? Wenn du für einen Augenblick zu dem wirst als das du gebohren wurdest? Wenn du nur für den Bruchteil eines Momentes ein Mensch bist?, Nebuchad blickte mich entgeistert an und die Spannung wich aus seinem Körper, er senkte seinen Bogen und die Sehne glitt in ihre Ruheposition zurück. Gerade als Nebuchad etwas sagen wollte fiel mein Blick auf die zerbrochene Phiole. Vorsichtig hob ich das dünne Glasgefäß auf und betrachtete den Rest einer schwarzen Flüßigkeit der noch auf dem Boden der Phiole war. Nebuchads Stimme drang leise und wie aus weiter ferne an mein Ohr, ich hatte nur noch eins im Sinn, diese seltsame Phiole und der letzte Tropfen einer schwarzen Flüßigkeit der auf dem Boden des Zersplitterten Gefäßes ruhte. Ich drehte es um und der Tropfen glitt unendlich langsam auf den abgesplitterten Rand zu, um schließlich auf dieKuppe meines Zeigefingers zu fallen. Ich führte den Finger zu meinen Lippen und berührte ihn furchtsam mit meiner Zunge um ihn augenblicklich wieder auszuspeien. Bei den Grundmauern der Feste!, stieß ich hervor und wendete mich zu Nebuchad der abrupt in seiner Rede innehielt, Euer feiner Freund hat ihr doch wohl nicht dieses Gebräu hier gegeben? Verdattert starrte mich Nebuchad an und stammelte nur das er nicht dagewesen seie es aber eben dieser Trank gewesen sein müsste.
Ich schloss die Augen und schluckte einen wie aus dem Nichts entsstandenen Schleimbrocken herrunter. Wieder schien sich ein Teil des Puzzles in das Bild zu fügen und ich ahnte nichts gutes. Meine Schritte lenkten mich zum Ausgang des Wohnbaumes und ich kletterte auf eine Ast und blickte durch das dichte Laub gen Himmel. Nebuchad folgte mir bis zur Tür und starrte mich verzweifelt und verständnisslos an. Erst jetzt begann ich leise zu sprechen: Der Inhalt dieser Phiole, den euer Freund, wie ihr ihn nennt eurer Frau kredenzte war das Gallenwasser eines Elfen,, mein Blick wanderte zu Nebuchad, damit kann man wohl das Kind eines Menschen oder einer Menschlichen Seraphim, schmerz- und gefahrlos aus unserer Welt bannen. Doch was er wohl nicht bedachte ist das Deedo kein Mensch ist. Auch wenn ihre Seele einst im Körper eines Menschen auf diese Welt kam, so ist sie heute doch eine Elfe von Fleisch und Blut. Normalerweise würde ihr Körper das Gift abstoßen doch wir mir scheint ist etwas menschliches in ihrem Körper zurückgeblieben. Das Gift wurde wohl nur verändert nicht aber ausgeschieden. Welche Wirkung das dadurch entstandene neue Gift auf Deedo - und auf das Kind hatte das kann ich beim besten Willen nicht sagen. Ich fürchte wohl um beider Leben..., Nebuchad starrte mich aus weiten Augen an und seine Lippen zitterten als würde er um Worte ringen. U... Un... Und der Lich, was hat der damit zu tun, warum spüre ich ihn wenn ich ihre Hand halte, was hat mich heute morgen zurückgehalten im einmal mehr eines seiner endlosen Leben zu nehmen. Warum, was hat das alles miteinander zu tun? Was passiert hier, Reaper, was soll ich tun? Wie, wie kann ich ihr Leben retten?, eine Träne der Verzweiflung rann seine Wange herrab und mein Blick wanderte zum Grün der Blätter, leise unhörbar für Nebuchad flüsterte ich ein Gebet an die Geister des Waldes. Ich stützte mich an einem Knorrigen Ast auf und bickte wieder zu Nebuchad. Hmmmm... Das könnte wohl das letzte Teil in diesem Puzzle sein..., ich schwang mich neben Nebuchad und zwängte mich zurück in Deedos Wohnbaum. Nebuchad folgte mir Wortlos und ich bedeute ihm sich neben mich an Deedos Bett zu setzen: Ich weiss es freilich nicht mit Sicherheit, doch ich kann mir langsam einen Reim auf diese ganze Geschichte machen. Caimbeul gab ihr scheinbar dieses mörderische Gebräu, doch die Wirkung war nicht ganz die erwartete. Der Körper des Kindes wurde wie gewollt aus dem Körper der Mutter gebannt die Seele jedoch, ich denke das die Seele des Kindes sich nicht ganz aus unserer Welt lösen lies. Allein und hilflos blieb sie in unserer Welt zurück. Ohne feste Bindung suchte sie nach etwas Verwandtem, nach Halt und einem Heim., ich blickte zu Boden, Nun, der Lich, wie du weisst ist er wohl ein Untotes Wesen unbeschreiblicher Macht, eine Kreatur der Finsternis und der Schatten, doch seine Macht ist Groß genug um die Götter das fürchten zu leeren. Seine finstere Seele muss für eine haltlose, suchende Seele wie ein Leuchtfeuer sein. Die Seele des Kindes fand also einen Weg zu ihm, fand einen Weg in die Fänge des Erzlichen., ich blickte Nebuchad an und sprach weiter, Sie ist gefangen, gebunden an die Seele des Lichen und sie ruft um Hilfe, sie ruft nach ihrer Mutter, nach Deedo. Diese Rufe sind es die ihr die Kraft rauben, ihre Sinne betäuben und sie langsam aber sicher töten. Der Lich selbst saugt die Seele des Kindes langsam aus, labt sich an seiner Kraft und Jugend., ich blickte jetzt eindringlicher den jeh in Nebuchads Augen, Wenn die Seele de Kindes stirbt wird auch Deedo sterben... Nebuchad sprang auf und schrie mich an: Reaper, das ist doch alles nur ein Hirngespinnst, das ist alles nicht wahr. Du irrst dich, sag das du dich irrst!, doch ich schüttelte nur schwach den Kopf. So sehr ich diesen Gedanken selbst verabscheue, Nebuchad, so fürchte ich doch das es die Wahrheit ist, das Deedo dem Tode geweiht ist., Wie, wie kann ich es verhindern, was soll ich tun? Ich muss etwas tun, sag es mir Reaper, sag mir was ich tun soll!, langsam schüttelte ich den Kopf: Nur die Seele der Mutter kann das Kind noch befreien. Tötest du den Lich, stirbt auch das Kind, tötest du ihn nicht werden Mutter und Kind leiden. Es sei denn.., wie ein Sonnenstrahl die Morgentliche Luft erhellt, begann ich neue Hoffnung zu schöpfen, es sei denn, wir bringen die Mutter zu ihrem Kind! Nebuchad starrte mich an und schüttelte ungläubig den Kopf: Sie liegt doch nur auf dem Bett, sie kann nicht einmal sprechen, geschweige denn laufen oder gar gegen den Lichen kämpfen.
Vertrauen
Ich musterte den zu allem entschlossenen Seraphim und begann zu erklären: Nicht die Mutter selbst muss zum Lichen, ihre Seele, eine Spur ihrer Seele muss mit der Seele des Kindes kontakt aufnehmen. Doch dazu gibt es wohl in unserer Situation nur eine möglichkeit..., Nebuchad fiel mir ins Wort: Was, wie was muss ich tun? Du würdest alles tun?, fragte ich noch einmal nach und der Seraphim nickte wild entschlossen. Dann gib mir dein Juwel, er blickte mich verständnislos an und ich ergänzte, Dein Schicksalsjuwel natürlich! Zögernd nahm er die Kette ab an dem das kleine Juwel baumelte und reichte es mir herrüber. Ich nahm kurzerhand die Kette, legte sie auf den massiven Eichentisch und hieb mit meiner Streitaxt darauf ein. Ein Schrei entfuhr abermals Nebuchads Kehle doch ich reichte ihm stumm, sein Juwel zurück. Nur einen winzigen Splitter behielt ich zurück. Mit diesem ging ich an Deedos Lagerstatt und kniete nieder: Verzeih mir, alte Freundin., murmelte ich leise und rizte ihre Hand mit dem Juwelssplitter auf. Das Blut schoß herraus und färbte den Juwel rot, dann schien das Blut in den Kristall einzudringen, ein leises knistern und Summen durchspielte den Raum als der Kristall anfing sich zu verformen und zu pulsieren, winzige pulsierende Leuchtkugeln umspielten die nun weiche und formbare Masse die eben noch ein Kristallsplitter gewesen war. Ich ging zu Nebuchad, der wie gelähmt mit offenem Mund mein tun verfolgte und nahm einen Pfeil aus seinem Köcher und formte eine Spitze aus der weichen Masse, aus meiner Tasche holte ich eine Flasche mit reinem Kristallwasser und träufelte ein paar wenige Tropfen auf die Pfeilspitze. Ein zischen, wie beim schmieden von Metall durchduhr die Luft und der Pfeil verhärtete sich. Ich drückte ihn Nebuchad in die Hand und sagte: Du hast nur einen Versuch und eine Stunde Zeit. Mit diesem Pfeil musst du den Seelenstein zerstören den der Lich auf seiner Brust trägt. Du musst ihn zerstören, mit einem Schuß, oder alles ist verloren! Nebuchad nickte entschlossen und verliess schnellen Schrittes den Raum, ich ging ihm noch bis zur Tür nach und ich hielt ihn noch kurz an der Schulter fest, Mögen die Geister des Waldes mit dir sein., dann nickte ich ihm zu und sah wie er zwischen den Bäumen in Richtung des Orakelportales verschwand.
Ich selbst wendete mich wieder Deedo zu und versorgte eilig ihre blutende Wunde die der Kristall verursacht hatte. Dann kniete ich im Zentrum des Raumes nieder und schloss die Augen. Schnell wich die Finsterniss den Visionen meiner Meditation, ich spürte die Mächtige Präsenz des Lichen der sich an der Seele des Kindes labte und leise begann ich zu den Geistern des Waldes zu beten.
Währenddessen kämpfte Nebuchad sich mühsam zum Portal das auf die Existenzebene des Lichen führte. Die finsteren Kreaturen schienen heute noch viel zäher zu sein als an anderen tagen und der Köcher des Seraphim leerte sich merklich. Als er endlich das Portal erreichte hatte er nur noch einen Pfeil übrig, einen einzigen, den magischen Pfeil, welcher Deedos Seele in sich trug. Nebuchad betrat das finstere Schloss der Erzlichen welches wohl schon seit Äonen an diese Existenzebene gefesselt war. Entschlossen schritt er in Richtung des Ruheraumes des Lichen und aus allen Richtungen strömten die Diener des Lichen herbei und umrundeten misstrauisch den Seraphim. Dann gellte ein Kreischen durch die Luft und der Lich selbst erschien am Ende des Ganges. Feuer loderte zwischen seinen modernden bandagen hervor und auf seiner Brust glühte der Seelenstein. Nebuchad spannte seinen Bogen, und zielte auf den glühenden Stein. Noch einmal atmete er durch dann durchschnitt der Pfeil pfeifend die mordrige Luft des Schlosses und die Wachen des Lichen stürzten sich auf Nebuchad und dem Pfeil in den Weg, doch das Geschoß rasste unaufhaltsam auf ihren Herren zu, was auch immer in seinen Weg kam durchstieß er mit einem mächtigen Donnern bis er schließlich in den Seelenstein des Lichen eindrang und stecken blieb. Für einen Augenblick nur lachte der Lich gellend auf. Dann begann die Spitze des Pfeiles ein Eigenleben zu entwickeln und zu wachsen. Wie das Wurzelwerk einer Eiche selbst härtesten Granit zu spalten vermag bahnte sich der Kristall einen Weg durch den Seelenstein bis dieser in einem Meer aus Funken zerbarst. Nebuchad stand wie gebannt da und beobachtete wie die Armee aus Skelleten vor ihm zu Staub zerfiel.
Just in dem Augenblick als der Seelenstein des Lichen zerbarst verdunkelte sich der Himmel über dem Forst von Felsenriff und leuchtende Blitz durchschnitten die Luft. Vögel stiegen in rauschenden Schwärmen aus den Wipfeln der Bäume auf. Ich selbst kniete noch immer in der Mitte von Deedos Wohnbaum und schlug die Augen auf. Spürte ich doch dir nahende Gefahr, spürte ich doch die letzte Rache des Lichen für seine schächliche Niederlage die ihm der Mut eines einzelnen Mannes und die Magie eines einfachen Waldläufers beigebracht hatte. Mit weit geöffneten Augen sprang ich auf und rief ein weiteres Mal mit aller Kraft nach den Geistern des Waldes:
GEISTER DES WALDES SCHÜTZT DIESES HEIM!
RETTET DIE LEBEN!
ERHALTET DEN BUND!
UND SCHÜTZT DIESES WESEN!
Wieder schloss ich die Augen und spürte wie die Macht des Lichen nach Deedo griff, wie sie mir nach dem Leben trachtete und dann spürte ich ihre Präsenz, ich spürte wie sie den Ort durchflossen, sie waren überall, ein Leuchten umfing den Wohnbaum, Blitze schlugen in eine mächtige Magische Barriere ein und endeten in einem blassen Leuchten. Dann wurde die finsterniss von einem schaurigen Leuchten erfüllt und ein blauer, endlos scheinender Blitz rasste auf den Wohnbaum zu. Näher und näher kam er der magischen Barriere. Nebuchad durchschritt gerade das Portal welches zurück in unsere Welt führte und sah am Himmel wie der Blitz sich dem Wohnbaum näherte. Endlos langsam schien er den halben Wald verschlingen zu wollen dann berührte er die Magische Barriere und flammende Wolken magischer Magie rannten an ihr herab. Woogen glühender magischer Magie donnerten durch den nahen Forst. Dann kehrte Stille ein, nur ein Leichter Regen und das prasseln auf den Blättern der Bäume war noch zu hören.
Deedo auf ihrem Lager schlug die Augen auf und blickte sich suchend um und ich ging langsam zu Tür und lächelte. Reaper..., rief sie mir mit sanfter Stimme nach, doch ich stieg nur langsam die Stufen des Wohnbaumes herrab und beobachtet wie Nebuchad schnellen Schrittes zu seiner Geliebten eilte. Langsamen Schrittes ging ich in Richtung des tieferen Waldes und lauschte dem Regen aus der Ferne nur hörte ich es ein leises Summen das aus dem Fenster des Wohnbaumes drang. Es war der Gesang des Seelensteines, der fortan die Leben der beiden verband.
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